Armutskonferenz (2022): Sozialhilfe Erhebung

"Die im Dunkeln sieht man nicht..." - Schatten- und Wahrnehmungsbericht der Armutskonferenz

Die Sozialhilfe ist aus armutspolitischer Perspektive nicht irgendeine Sozialleistung. Sie ist das zweite – und letzte – Netz im Sozialstaat. Ihre Aufgabe ist es, ein finanzielles Existenzminimum für all jene sicherzustellen, die durch die Maschen der vorgelagerten Sozialsysteme fallen und ihre Existenz auch nicht ausreichend allein durch Erwerbsarbeit oder familiäre Hilfe absichern können.

Diese Erhebung geht – nach Abschaffung der Mindestsicherung – den tatsächlichen Auswirkungen der neu eingeführten „Sozialhilfe“ in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg nach.

Es zeigt sich: Die Folgen für Menschen mit Behinderungen, Wohnen, Frauen in Not, Gesundheit, Kinder und Familien sind massiv. Die Verschlechterungen treffen alle. Zu besonders drastischen Kürzungen kommt es bei Menschen mit Behinderungen, deren Unterhaltsforderungen jetzt österreichweit als Einkommen gewertet werden. Kinder sind von Kürzungen gravierend betroffen und vielfach in ihrer Entwicklung eingeschränkt. Die Ungleichbehandlung und Diskriminierung von Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft hat sich mit der Sozialhilfeeinführung stark erhöht. Eine weitere massive Verschlechterung betrifft die Leistungen fürs Wohnen, auch die Wohnbeihilfe wird jetzt von den zuständigen Behörden einbehalten.

Insgesamt erweist sich das derzeitige System der Sozialhilfe als dringend reformbedürftig.


Downloads:

Sozialhilfe Erhebung Langversion (76 Seiten)

Sozialhilfe Erhebung Kurzversion (48 Seiten)

Die Erhebung ist auch als Printversion erhältlich.
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