Weltfrauentag: Kein Budget auf dem Rücken der Frauen!
Armutskonferenz fordert ein gerechtes Budget und neues „Wirtschaften“ für echte Gleichstellung
(06.03.26). “Werden bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammengezählt, arbeiten Frauen mehr als Männer – dennoch sind viele im Alter von Armut bedroht.” Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März macht die Österreichische Armutskonferenz auf die strukturellen Benachteiligungen insbesondere im Bereich der bezahlten und unbezahlten Care-Arbeit aufmerksam. Frauen leisten nach wie vor den Großteil der Sorgearbeit in Pflege, Betreuung und Haushalt. Diese Arbeit ist gesellschaftlich unverzichtbar, wird aber schlecht bezahlt oder gar nicht entlohnt – und weder als Teil der Wirtschaft noch als Wertschöpfung anerkannt. Eine Vorstellung von Wirtschaft, die fast ausschließlich den For-Profit-Sektor sieht, blendet diese Leistungen systematisch aus – mit gravierenden Folgen für die ökonomische Absicherung von Frauen.
Budgetkürzungen auf Kosten der Frauen?
Die Armutskonferenz ruft die Regierung auf, ein Budget zugunsten, nicht auf Kosten von Frauen zu beschließen. Das anvisierte Doppelbudget darf die Unterstützungsnetze für armutsgefährdete Frauen nicht weiter kürzen. "Wir warnen vor drohenden Einschnitten bei Förderungen von Beratungsstellen, sozialen Leistungen, Arbeitsmarkt-Projekten oder Initiativen, die einkommensarmen Frauen zu Gute kommen."
Neues „Wirtschaften“ für echte Gleichstellung
Der häufige Appell, Frauen sollten einfach in besser bezahlte technische Berufe wechseln, greift zu kurz. Denn er ignoriert die zentrale Frage, wer dann die ohnehin schon unter massivem Personalmangel leidende Care-Arbeit leisten soll.
Die Armutskonferenz fordert daher ein Umdenken: Wirtschaften heißt, sich an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Care-Arbeit ist keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass alle anderen wirtschaftlichen Tätigkeiten überhaupt möglich sind.
Konkret braucht es eine deutlich bessere Bezahlung von Care-Berufen und faire strukturelle Rahmenbedingungen – wie zB eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung - damit unbezahlte Sorgearbeit gerechter zwischen den Geschlechtern verteilt wird. Wo diese Aufteilung nicht möglich ist, sind strukturelle Änderungen unabdingbar. Nur so kann Frauenarmut wirksam bekämpft und echte Gleichstellung am Arbeitsmarkt erreicht werden.
Dafür sind politische Prioritäten nötig, die den realen Lebensverhältnissen von Frauen, Männern und Kindern entsprechen – und nicht länger Verhältnisse stützen, die auf Kosten derjenigen gehen, die unsere Gesellschaft tagtäglich am Laufen halten, so die Armutskonferenz abschließend.

