Dokumentation der 15. Armutskonferenz

Selber schuld! Armut und die Leistungslüge

"Stopp dem unsolidarischen "Selber schuld!" war eine der wichtigen Botschaften am Ende der 15. Armutskonferenz. Über 300 Teilnehmer*innen setzten sich im Bildungszentrum St. Virgil in Salzburg am 28.-29. April 2026 mit der Leistungslüge auseinander und mit den Mechanismen, die Armut individualisieren und Betroffene beschämen. Im Mittelpunkt stand die Forderung, Armut konsequent zu bekämpfen – und nicht die Armen.


Video

Videomitschnitt von FS1 - Freies Fernsehen Salzburg

Mitschnitt der Eröffnung der 15. Armutskonferenz mit Theaterintervention, mit der Keynote von Nina Verheyen "Der Leistungsglaube zwischen Ungleichheit und Emanzipation – Eine historische Spurensuche" und der anschließenden Diskussion.


Audio - Podcasts

Die 15. Armutskonferenz zum Nachhören

Einleitung und Keynote: Nina Verheyen – Der Leistungsglaube zwischen Ungleichheit und Emanzipation. Eine historische Spurensuche.

Ein Tag ohne Frauen - Frauen-Vor!-Konferenz 2026

Bei der diesjährigen Frauen-Vor!-Konferenz im Rahmen der 15. Armutskonferenz lwurde gemeinsamen der Film "Ein Tag ohne Frauen" angeschaut und im Anschluss mit Vertreter*innen aus den Bereichen Gewerkschaft, Aktivismus und Wissenschaft
die Möglichkeiten und Potentiale von feministischen Care-Streiks diskutiert.

Podiumsgespräch mit:
• Ina IVANCEANU, Autorin und Regisseurin des Dokumentarfilms “Who cares“
• Dorottya KICKINGER, Bundesfrauensekretärin ÖGB
• Christine SALLINGER, Aktivistin bei der Plattform Sichtbar Werden
• Elisabeth SECHSER, Publizistin und Expertin für Caring Economy
• Maria VOGT, Aktivistin beim Bündnis FAIRsorgen!

Selber schuld? – Stimmen über Armut, Scham und Perspektiven

Beitrag der Salzburger Armutskonferenz, ausgestrahlt in der Radiofabrik im Juni 2026

Ausgehend von der 15. Österreichischen Armutskonferenz mit dem Titel „Selber schuld!“ nimmt die Sendung verbreitete Schuldzuschreibungen kritisch in den Blick. Die Interviews wurden im Rahmen der Tagung geführt und verbinden persönliche Erfahrungen mit fachlichen Perspektiven. So wird sichtbar, wie tief das Bild verankert ist, dass Erfolg allein vom individuellen Einsatz abhängt – und wie stark dieses Narrativ von der Lebensrealität vieler Menschen abweicht.

Zu hören sind eindrückliche Stimmen von Menschen mit Armutserfahrung – darunter Stelio, Ralf und Johannes –, die über Unsichtbarkeit, Scham und strukturelle Hürden sprechen. Sie machen deutlich, wie Vorurteile im Alltag wirken – etwa im Kontakt mit Behörden oder im sozialen Umfeld – und wie wichtig Unterstützung, Begleitung und Verständnis sind.

Ergänzt werden diese Perspektiven durch ein Interview mit der Historikerin Nina Verheyen, die zeigt: Leistung ist kein objektiver Maßstab, sondern gesellschaftlich geprägt und verhandelbar. Ihre Einschätzung eröffnet neue Blickwinkel auf Gerechtigkeit, Anerkennung und soziale Teilhabe.

Zum Podcast "Selber schuld!"


Impressionen - Fotos