Newsletter November 2009
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Verteilungskämpfe, Verwirklichungschancen und Lebensqualität in Zeiten der Krise.
Armut ist ein Verhältniswort. Es markiert sozio- ökonomische Benachteiligungen und gibt Auskunft über Machtverhältnisse. Es zeigt auf, was jene, die über privilegierten Zugang zu Ressourcen verfügen, den 'armen anderen' zugestehen. Glück und Wohlbefinden, Gerechtigkeit und gutes Leben sind Konzepte, die auf unterschiedliche Weise Vorstellungen von Lebensqualität und davon, wie Gesellschaften verfasst sein sollen, reflektieren.
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Armut ist ein Verhältniswort. Es markiert sozio-ökonomische Benachteiligungen und gibt Auskunft über Machtverhältnisse. Es zeigt auf, was jene, die über privilegierten Zugang zu Ressourcen verfügen, den 'armen anderen' zugestehen. Glück und Wohlbefinden, Gerechtigkeit und gutes Leben sind Konzepte, die auf unterschiedliche Weise Vorstellungen von Lebensqualität und davon, wie Gesellschaften verfasst sein sollen, reflektieren. Wer von Armut betroffen ist, mag – gemäß gängiger Stereotypen, aber auch im realen Alltag – durchaus glücklich sein, am Mangel an Verwirklichungschancen und realer Benachteiligung ändert dies nichts. Einkommen, sozialer Status, soziale Beziehungen und Netzwerke, Bildung und berufliche Situation entscheiden über Gesundheitszustand und Lebensqualität, Ansehen und Möglichkeiten in einer Gesellschaft. Soziale Polarisierung schafft Aufstiegsbarrieren, Abstiegsängste und Statusstress, produziert Armut und schadet der ganzen Gesellschaft.
Die Finanzkrise, wenn auch von manchen bereits abgesagt, verschärft die Situation. Die soziale Krise steht erst vor der Tür. In den sich abzeichnenden Verteilungskämpfen um die Bezahlung der Krisenkosten drohen diejenigen, die ohne Lobby sind, unter die Räder zu kommen. Alternative Wege aus der Krise und die Entwicklung und Umsetzung von politischen und ökonomischen Konzepten, die gerechte Gesellschaften schaffen und ein gutes Leben aller garantieren, sind mehr denn je gefordert.
Die 8. Armutskonferenz findet am 23. und 24. Februar 2010 statt und beginnt mit einem Referat des britischen Ungleichheitsexperten Richard Wilkinson: "Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind", im Anschluss dran kommen unterschiedliche Aspekte des Konferenzthemas in 12 parallelen Foren mit 40 WissenschaftlerInnen und ExpertInnen zur Diskussion.
VertereterInnen von Selbstorganisationen von Menschen mit Armutserfahrungen und interessierte Frauen sind auch zur Betroffenen-Vor!-Konferenz und Frauen-Vor!-Konferenz am 22. Februar eingeladen.
Ausführliches Programm, Informationen und Anmeldungen ab
1. Dezember unter Anmeldung [http://www.armutskonferenz.at]
Aktuelle Berechnungen der Armutskonferenz zeigen: die Zahl der Einkommensarmen in Österreich, die trotz Anspruch keine Sozialhilfe erhalten, ist enorm. Die wahren Probleme in der Sozialhilfe lauten deshalb nicht "soziale Hängematte" und "Missbrauch", sondern Nicht-Hilfe und Unterversorgung.
Die Zahl der EmpfängerInnen von Geldleistungen der offenen Sozialhilfe (dh. ohne SeniorInnen- und Pflegeheime) steht in keinem Zusammenhang mit der Zahl der Einkommensarmen. Auffallend ist, dass es bei der Größe der Sozialhilfe-Lücke gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gibt. So hat im Burgenland nur eine von 43 Personen, die unter der Armutsgrenze leben, im Jahr 2007 zumindest einmal eine Sozialhilfe-Geldleistung erhalten. In Kärnten war es jeder 41. Hilfesuchende. Im Schlussfeld weiters Oberösterreich (25) und Niederösterreich (13). Dort funktioniert das unterste soziale Netz als letzte Hilfe offensichtlich besonders schlecht. Am besten schneidet Wien ab, wo jede 3. einkommensarme Person zumindest einmal eine Leistung der offenen Sozialhilfe (ohne Krankenhilfe) erhalten hat.
Auch wenn die Zahl der Einkommensarmen nicht mit der Zahl der Sozialhilfe-Anspruchsberechtigten ident ist, sind diese Zahlen ein weiterer eindrücklicher Beleg für die hohe Nicht-Inanspruchnahme von Sozialhilfe in Österreich. In eine Studie hat zuletzt das Europäische Zentrum für Wohlfahrtspolitik das Ausmaß dieser Nicht-Inanspruchnahme mit 49% bis 61% der Anspruchsberechtigten beziffert - dh. demnach erhalten zumindest 150.000 Menschen keine Sozialhilfe, obwohl sie Anspruch hätten.
http://www.armutskonferenz.at/armutskonferenz_news_sozialhilfe-als-abschreckungshilfe.htm
Wien (OTS) - "Mit der Mindestsicherung wird jetzt das Sozialsystem
armutsfest gemacht. Sagen die einen. Jetzt wird ja keiner mehr
arbeiten gehen. Sagen die anderen. Nichts von beiden wird eintreten.
Man kann rhetorisch und ideologisch wieder abrüsten", stellt
Sozialexperte Martin Schenk von der Armutskonferenz aktuelle Irrtümer und Mythen richtig. "Mit der so genannten Mindestsicherung werden völlig falsche Erwartungen geweckt. Bei den Hilfesuchenden genauso wie bei den prinzipiellen Gegnern von Sozialtransfers für Arme. Es
wird über etwas diskutiert, das es so gar nicht gibt.", so das<
österr. Anti-Armutsnetzwerk, dessen Mitglieder 500 000 Hilfesuchende
im Jahr betreuen und unterstützen. "Die neue Mindestsicherung ist im
Wesentlichen die alte Sozialhilfe. Sie ersetzt nicht die Sozialhilfe,
sondern baut sich in das bestehende System der neun
Bundesländerregelungen ein. In den meisten Punkten bleibt die
Ausgestaltung zentraler Elemente den Landesgesetzgebern bzw. den
Vollzugsrichtlinien der Behörden überlassen".
Mehr: http://www.armutskonferenz.at/Vorurteile,%20Irrt%FCmer.pdf
Die youngCaritas sammelt am 19. November am Wiener Stephansplatz einen ganzen LKW mit Lebensmitteln für bedürftige Menschen. Zwischen 14 und 17 Uhr können haltbare Lebensmittel direkt am Stephansplatz abgegeben werden. Kommen Sie zum Stephansplatz, denn je mehr Menschen am 19. November dabei sind, desto deutlicher zeigen wir alle gemeinsam, dass Armut auch in Österreich ein Thema ist!
Um 17:30 Uhr startet das von youngCaritas gestaltete Rahmenprogramm mit DJ Cueing, der jungen Rapperin EsRaP, Group Rüzgar und einer Performance von flowmotion!
5.000 (!) Kerzen, aufgestellt zu den Worten „WUNDER WIRKEN“ werden leuchten und verdeutlichen, dass wirklich jede und jeder von uns Wunder wirken kann. Caritasdirektor Michael Landau zum Thema Armut in Österreich sprechen. Wir freuen uns auf zahlreiche TeilnehmerInnen!
ReferentInnen:
Diskussion und Kurzstatements von Renate Domhofer, Ingrid Kreuzer, Betty Kopp, Elisabeth Hammer
Termin: Freitag, 20.11.2009, 14.30 Uhr – 22.00 Uhr
Ort: Pfarrzentrum St. Martin, Marienplatz 2, 2130 Mistelbach
Eine Veranstaltung des Katholisches Bildungswerk Wien, Katholisches Bildungswerk Mistelbach, Katholische Frauenbewegung Wien, Arbeiterkammer Niederösterreich, ÖGB Niederösterreich
Anmeldungen bei Elisabeth Ohnemus, Tel.: 01/51552/3319, e-mail: e.ohnemus@edw.or.at
Abendveranstaltung der Austrian Development Agency (ADA). Eine kritische Zwischenbilanz im Bereich "Social Protection in Developing Countries" ziehen Armando Barrientos, internationaler Experte auf diesem Gebiet, Christoph Petrik-Schweifer von der Caritas und Ulrich Brand von der Universität Wien
Termin: Dienstag, den 24. November 2009, von 19.00 Uhr
Ort: Aula, Altes AKH (öffentlich zugänglich)
Weitere Informationen:
http://www.entwicklung.at/aktuelles/termine/social-protection-in-developing-countries.html
Im politischen Tagesgeschäft stehen heute die Wirtschafts- und die Finanzkrise und vor allem deren rasche Bewältigung im Vordergrund. Mit der Konzentration auf kurzfristig wirksame „Feuerwehr-Maßnahmen“ wie Banken- und Konjunkturpakete dürfen wir uns aber nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass die Welt vor weit größeren Herausforderungen steht:
Der rapid fortschreitende Klimawandel bedroht zusehends das Wohl und das Überleben der ErdenbürgerInnen, die globalen Ungleichheiten zwischen Nord und Süd, aber auch innerhalb der Industriestaaten werden durch die Wirtschaftskrise noch verschärft.
Soziale und ökologische Ansätze zur Bewältigung aktueller Krisen gibt es viele, jedoch eher punktuell und ohne Bezug zueinander. Was wir dringend brauchen ist eine engere Verknüpfung von Umwelt- und Sozialpolitik mit integrativ denkenden und handelnden AkteurInnen – auf politischer Ebene genauso wie auf wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene.
Diese engere Verknüpfung und Darstellung der Zusammenhänge zwischen Umwelt und Sozialem, sowohl auf politischer Ebene, als auch in der täglichen praktischen Arbeit von Organisationen und AkteurInnen sind Gegenstand der Konferenz.
Diskutieren und erarbeiten Sie mit uns gemeinsam Ideen, Vorschläge, Maßnahmen zu konkreten Handlungsfeldern der Umwelt- und Sozialarbeit in Workshop-Runden:
Veranstalter: Armutskonferenz und ÖKOBÜRO
Termin: Donnerstag, 26. November 2009, 18:30 – 21:00 Uhr, Freitag, 27. November 2009, 9:00 – 17:00 Uhr
Ort: Kardinal König Haus, Kardinal König Platz, 1130 Wien
Die Teilnahme ist kostenlos!
Anmeldungen bis spätestens Fr., 20. November 2009 auf der Webseite des ÖKOBÜROs unter
Termin. Donnerstag, 26. November 2009, ab 9.00 Uhr ganztägig Ort: Heimatsaal, Paulustorgasse 13a, 8010 Graz
Die Anmeldung ist ab sofort unter AURORAplus möglich. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Für TeilnehmerInnen aus anderen Bundesländern steht im beschränkten Ausmaß Fahrtkostenersatz zur Verfügung. Bitte bei der Anmeldung anfragen.
zum Thema: „Soziale Frage Wohnen“ fand am 20.10.2009 in Salzburg statt.
Hier die 10 Thesen zur Frage: Wie sozial ist die Salzburger Wohnpolitik ist?
Presseaussendung vom 17.09.2009
Möglichst viel Wahlfreiheit soll das neue Kinderbetreuungsgeld den Eltern bieten, daher gibt es ab 1.1.2010 noch mehr verschiedene Möglichkeiten der Inanspruchnahme.
Fakt ist, dass derzeit der Großteil der KindergeldbezieherInnen, nämlich 65 % die längste Variante in Anspruch nimmt. Dieser Trend ist auch bei Ein-Eltern-Familien beobachtbar, obwohl diese Familien von nur € 436,- pro Monat leben müssen.
Zuschuss wird zur Beihilfe
Allerdings erhielten Familien mit diesem geringen Einkommen einen rückzahlbaren Zuschuss (€ 180,- monatlich) für die gesamte Bezugsdauer. Dieser Zuschuss wird nun in eine Beihilfe umgewandelt (d.h. muss nicht mehr zurückbezahlt werden), die allerdings nur mehr ein Jahr ausbezahlt wird. Das heißt, dass Alleinerziehende, die die lange Variante wählen wollen, danach in der Armutsfalle landen und für die restlichen 1,5 Jahre nur mehr € 436,- bekommen würden. „Damit besteht die Wahlfreiheit für diese Familien nur mehr zwischen dem Gang auf das Sozialamt und dem Versuch eine Arbeit aufzunehmen“, meint Elisabeth Wöran, Geschäftsführerin der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende. „Den Zuschuss gibt es nach dem ersten Jahr nicht mehr und die Armutsgefährdung von Kindern in Ein-Eltern-Familien bleibt so noch härter aufrecht“.
„Wahlfreiheit muss es auch für Alleinerziehende und ihre Kinder geben!“ fordert die Österreichische Plattform für Alleinerziehende. „Alleinerziehenden steht kein Partnereinkommen zur Verfügung, sie steigen bei allen Varianten finanziell schlechter aus als Paare.“
Mehr Informationen unter Plattform für Alleinerziehende
Der Österreichische Berufsverband der SozialarbeiterInnen (OBDS) fordert politische Entscheidungsträger und Verwaltung auf, Rahmenbedingungen für professionelle Sozialarbeit zu schaffen, die dem Geist des Jugendwohlfahrtsgesetzes und fachlichen Standards entsprechen!
Als unmittelbare Maßnahmen fordert der OBDS
1. Die Schaffung von zumindest 500 Planposten für SozialarbeiterInnen in der öffentlichen Jugendwohlfahrt;
2. Die Herstellung von Rechtssicherheit für die Durchführung der beruflichen Tätigkeit;
3. Die Klärung der politischen Verantwortlichkeit für die bestehenden Mängel in der öffentlichen Jugendwohlfahrt;
4. Die Reglementierung des Berufs Sozialarbeiter/Sozialarbeiterin durch ein Berufsgesetz;
Begründung und Unterzeichnungsformular finden Sie: Resolution
Alle Spenderinnen und Spender deren Möbel von unserem Transportteam in Wien abgeholt werden, erhalten derzeit einen "Danke Schön Gutschein" gleich bei der Abholung, mit der die nächste Abholung nur 28€ kostet! Zum selber verwenden oder verschenken! Infos unter 01 256 98 98
Das neue Magazin des Europäischen Anti-Poverty Networks (EAPN), handelt von den ökonomischen und sozialen Folgen der Krise. Was sind die Auswirkungen auf Kinder? Was auf Armutsbetroffene? Was passiert in Ost-Europa? Es wirft einen Blick auf die Situation in Spanien, Irland, Finnland und Deutschland.
http://www.eapn.eu/content/view/1193/83/lang,en/
Sie sind Teenager, die allein und unter größter Gefahr aus den Krisenregionen der Welt nach Europa flüchten – in der Hoffnung auf eines: ein Leben zu haben. Hier angekommen kämpfen sie für ein normales Leben und gegen ein System, das von ihnen verlangt, ihre Jugend einer ungewissen Zukunft zu opfern.
Little Alien - Film Soirée mit Podiumsdiskussion,
17.November, Filmcasino
http://www.diakonie.at/goto/de/presse_service/termine/
little-alien---film-soir__e-mit-podiumsdiskussion
Mehr Infos unter little alien
© DIE ARMUTSKONFERENZ,
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
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