Newsletter Sommer 2009

Guten Tag!

Sie bekommen diesen Newsletter, weil Sie sich bei der Armutskonferenz in die Liste eingetragen haben. Wir freuen uns und wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Sie können den Newsletter auch an FreundInnen und Bekannte weiterempfehlen.
Wenn Sie über eine Suchmaschine oder über die Webseite auf diesen Newsletter gestoßen sind und ihn bestellen wollen, freuen wir uns.
Sollten Sie den Newsletter nicht mehr zugeschickt bekommen wollen, können Sie in hier abbestellen.
BESTELLEN | ABBESTELLEN


Wiener Aktion Hunger auf Kunst und Kultur -
ein Vorbild für Europa

Vor dem Parlament copyright Lynart / Die Armutskonferenz Das sozio-kulturelle Projekt Hunger auf Kunst und Kultur wurde 2003 in Wien vom Schauspielhaus Wien (Airan Berg) und der Armutskonferenz (Martin Schenk) ins Leben gerufen und zählt mittlerweile 20.000 Kulturpassbesitzer, die mehr als 120 Wiener Kulturinstitutionen kostenlos besuchen können. Dem erfolgreichen Modell folgten bereits die deutschen Städte Frankfurt und Jena sowie einige österreichische Bundesländer. Darmstadt, Stuttgart und Luxemburg stehen kurz vor der Umsetzung, Hamburg und Leipzig sind interessiert. Mehr ...
Bild: Vor dem Parlament copyright Lynart / Die Armutskonferenz

Themen

Sozialhilfe: 43.600 Kinder und Jugendliche betroffen
LET'S MAKE MONEY
Sozialer Fortschritt trotz Krise!?
Wiener Aktion Hunger auf Kunst und Kultur - ein Vorbild für Europa

Sozialhilfe: 43.600 Kinder und Jugendliche betroffen

Unterlagen und Daten zu vermögensbezogenen Steuern in Österreich

"43 600 Kinder und Jugendliche müssen unter Sozialhilfe-Bedingungen leben", betont die Armutskonferenz und weist auf eingeschränkte Zukunftschancen hin. Das ist ein Anstieg um 20%. „Wir können etwas tun“, so Sozialexperte Martin Schenk. „ Es gibt genügend Instrumente und Möglichkeiten im Vollzug der Sozialhilfe, in der Schule, beim Wohnen und mit sozialen Dienstleitungen gegenzusteuern. Armut ist kein Naturereignis, das es mit jeder neuen Statistik zu bestaunen gilt.“
"Die Gründe für den Anstieg Hilfesuchender in der Sozialhilfe sind die zunehmende Zahl an "working poor", nichtexistenzsichernde Arbeitslosen- und Notstandshilfeleistungen, Arbeitslosigkeit, der Anstieg an psychischen Erkrankungen und gestiegene Lebenshaltungskosten beim Wohnen", analysiert Sozialexperte Schenk.
Es nehmen prekäre Jobs zu, mit daraus folgendem nicht-existenzsicherndem Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Die neuen "working poor" erhalten von der Sozialhilfe "Richtsatzergänzungen" um zu Überleben. Weiters haben Personen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt schlechte Chancen. Besonders nehmen depressive Erschöpfungszustände zu. Dann treffen die steigenden Lebenshaltungskosten beim Wohnen Menschen mit geringem Einkommen überproportional stark. Und in Sozialhilfestellen großer Städte gibt es eine höhere Inanspruchnahme. Viele Hilfesuchende nehmen aus Scham im ländlichen Raum die Leistung nicht in Anspruch. "Dazu kommen die ausgewiesenen Mängel der Sozialhilfe wie "der willkürliche Vollzug in den Ländern, mangelnde Krankenversicherung, fehlende Rechtssicherheiten, undurchsichtige Richtsatzhöhen, falsche Anreizstrukturen in der Finanzierung und hohe Nichtinanspruchnahme.", so die Armutskonferenz.

Ungelöste Fragen bei sog. Mindestsicherung
"Keine halben Lösungen für ganze Probleme", wünscht sich das Anti-Armutsnetzwerk angesichts dieser wachsenden sozialen Notlagen und weist auf die noch immer ungelösten Fragen des derzeitigen Entwurfs zur sog. Mindestsicherung hin. "Es kann keine Mindestsicherung geben, die diesen Namen verdient, ohne dass die tatsächlichen Wohnkosten für Armutsbetroffene abgedeckt werden, ohne die Sicherung österreichweiter Standards bei existentiellen Nöten in besonderen Lebenslagen (kaputter Boiler, Schulsachen, etc), ohne eine Reform des Vollzug der Sozialhilfe in den Ländern und ohne Reform der aktiven Arbeitsmarktpolitik", so die Armutskonferenz abschließend.

Anstieg von 2006 auf 2007. Die heute publizierte Sozialhilfestatistik weist Zahlen noch vor der Finanzkrise aus. Presseaussendung vom 27.Juni 2009
Mehr ... Mindestsicherung

LET'S MAKE MONEY

Die DvD zum preisgekrönten Film von Erwin Wagenhofer ist erschienen, wir verlosen 3 DvDs.

Nach We Feed the World, der spektakulären Dokumentation über unsere Nahrungsmittel hat der Filmemacher Erwin Wagenhofer einen neuen, aufrüttelnden Dokumentarfilm für das Kino gedreht: In Let’s make MONEY folgt er der Spur unseres Geldes im weltweiten Finanzsystem. Wagenhofer blickt hinter die Kulissen der bunten Prospektwelt von Banken und Versicherern. Was hat unsere Altersvorsorge mit der Immobilienblase in Spanien zu tun? Die meisten von uns interessiert es auch nicht, weil wir gerne dem Lockruf der Banken folgen: „Lassen Sie ihr Geld arbeiten!“ Doch Geld kann nicht arbeiten: arbeiten können nur Menschen, Tiere oder Maschinen.

Cover Let's make moneyRezension: Geld arbeitet nicht, sondern Menschen, Tiere und Maschinen. Dieser Feststellung folgt Erwin Wagenhofer in „Let’s make money“ durch halb Europa, nach Afrika, Singapur, Indien und in die USA. In nüchternem Stil, ohne Off-Kommentar, reiht er meist sehr kontrastreiche Szenen aneinander. Hier die Vertreter (sic) des Neoliberalismus, also Fondsmanager, Investmentbanker, Bauunternehmer oder Jerseys Finanzminister, dort die ausgebeuteten, schlecht bezahlten ArbeiterInnen und BäuerInnen, die unser Geld vermehren und dabei bettelarm bleiben. Einige Szenen prägen sich besonders ein: Frauen in Burkino Faso, die Sand und Steine sieben, um Kieselsteine zu verkaufen. Riesige Hotel- und Wohnanlagen an Spaniens Küste, die großteils leer stehen, denn es wird nicht gebaut, um Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten, sondern um „eine Investmentkette in Gang zu setzen“. Und John Perkins, der freundlich erzählt, dass er als so genannter Wirtschaftskiller versucht, Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika zu korrumpieren; ist er nicht erfolgreich, kommen die Schakale, um die Machthaber zu töten. Gelingt dies nicht – erst dann schicken die USA das Militär ins Land, so geschehen im Irak. Der Film wirft viele Fragen auf, doch anders als Wagenhofers Doku „We feed the world“ hat die ZuschauerIn das Gefühl, in dieses Finanzsystem kaum eingreifen zu können. Wer weiß schon, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien und viele österreichische Stadtwerke an US-Investoren verkauft wurden und von diesen geleast werden? Oder mit Geld, dass wir in Pensionsfonds „anlegen“, der Raubbau an der spanischen Küste ermöglicht wird? Manche Filmkritiken bezeichneten die Erkenntnis, dass der Westen seinen Reichtum auf Kosten der sogenannten Dritten Welt vermehrt, als nicht sonderlich originell. Solange die Frage „Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten?“ nicht beantwortet ist, braucht es solche Filme.
Michaela Hafner, PR-Büro, ASB Schuldnerberatungen GmbH

Für die ersten drei richtig beantworteten Fragen gibt's die DVD incl. Poster zugesandt. Frage: Wieviel % an Geldvermögen besitzen die Reichsten 10% in Österreich? Antwort mit Name und Adresse an office@armutskonferenz.at

Mehr ... filmladen

Sozialer Fortschritt trotz Krise!?

Internationale ExpertInnen und 200 VertreterInnen sozialer Organisationen waren zur Konferenz des Europäischen Armutsnetzwerks in Wien

Knapp eine Woche nach den EU-Wahlen kamen an die 200 VertreterInnen von Armutsnetzwerken, sozialen Organisationen, Selbstorganisationen von Menschen mit Armutserfahrungen, aus Armutsforschungs-Instituten, öffentlicher Verwaltung und Politik zur 20. Generalversammlung und Konferenz des Europäischen Armutsnetzwerk nach Wien.
Diskussion zum Forumtheater; copyright: Die ArmutskonferenzErörtert und diskutiert wurden von den TeilnehmerInnen aus über 20 europäischen Ländern soziale und politische Auswirkungen der Wirtschaftskrise und die notwendigen Schritte, um die trotz und wegen der Krise richtigen Maßnahmen effektiver Armutsbekämpfung und -vermeidung zu setzen.
Gezeigt wurde unter anderem das Interaktive Forumtheater von InterAct Graz "Kein Kies zum Kurven kratzen" und anschl. Diskussion mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer und VertreterInnen der EU-Kommission, von Armutsnetzwerken und Menschen mit Armutserfahrungen.

Mehr ... EAPN

Wiener Aktion Hunger auf Kunst und Kultur - ein Vorbild für Europa

Internationale ExpertInnen und 200 VertreterInnen sozialer Organisationen waren zur Konferenz des Europäischen Armutsnetzwerks in Wien

Das sozio-kulturelle Projekt Hunger auf Kunst und Kultur wurde 2003 in Wien vom Schauspielhaus Wien (Airan Berg) und der Armutskonferenz (Martin Schenk) ins Leben gerufen und zählt mittlerweile 20.000 Kulturpassbesitzer, die mehr als 120 Wiener Kulturinstitutionen kostenlos besuchen können. Dem erfolgreichen Modell folgten bereits die deutschen Städte Frankfurt und Jena sowie einige österreichische Bundesländer. Darmstadt, Stuttgart und Luxemburg stehen kurz vor der Umsetzung, Hamburg und Leipzig sind interessiert.
Die Initiative Hunger auf Kunst und Kultur ermöglicht Menschen, die in prekären finanziellen Verhältnissen leben, einen unentgeltlichen Zugang zu Kunst und Kultur und ist international bereits wichtiges Vorbild geworden.
„Das internationale Interesse zeigt, dass die Idee richtig war und die Aktion wichtig ist“, so Monika Wagner, die Geschäftsführerin von Hunger auf Kunst und Kultur. Auch der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny ist freut sich über die von ihm überstützte Vorbildaktion „Damit macht eine Wiener Initiative, die einen wichtigen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit im Bereich Kunst und Kultur leistet, eine beeindruckende internationale Karriere.“

In Frankfurt werden seit Herbst 2008 Kulturpässe an „Hartz-IV“ Empfängerinnen, GrundsicherungsrentnerInnen und Sozialhilfeempfängerinnen ausgegeben. Jena stellt seit Sommer 2008 Kulturpässe nach dem Wiener Modell an Menschen mit geringen finanziellen Mitteln aus.
In Darmstadt wurde der Verein „Dabei sein“ gegründet, der ab Herbst 2009 mit der Umsetzung eines Kulturpasses nach Wiener Vorbild betraut ist.
Stuttgart hat nach einem konstruktiven Treffen mit dem Verein Hunger auf Kunst und Kultur eine Arbeitsgruppe gebildet mit dem Ziel das Wiener Modell an die Stuttgarter Gegebenheiten anzupassen.
Luxemburg arbeitet intensiv an der Umsetzung des ‚pass culturel‘. Der Start ist für Oktober 2009 geplant. Initialzündung war der Beitrag von Hunger auf Kunst und Kultur beim table ronde vergangenes Jahr.
Hamburg und Leipzig haben Interesse an der Idee und sind in Kontakt mit der Wiener Organisation von Hunger auf Kunst und Kultur.

Die Wiener Aktion
20.000 KulturpassbesitzerInnen nehmen das breite Angebot an Theater, Film, bildender Kunst, Tanz und Musik gerne in Anspruch. Die Zahl der KulturpassbesitzerInnen wächst täglich. „Es gibt keinen Grund, warum Menschen das kulturelle Angebot vorenthalten werden sollte, nur weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen“, hält Martin Schenk vonder Armutskonferenz die Bedeutung der Aktion fest. „Die Finanzkrise kann die Situation noch verschärfen. In Wien sind aktuell 137.000 Menschen von Armut betroffen.“
Vor dem Parlament copyright Lynart / Die Armutskonferenz War 2003 das Schauspielhaus noch das einzige Haus, so haben sich mittlerweile mehr als 120 große, mittlere und kleine Kulturinstitutionen in und um Wien quer durch alle Sparten der Initiative angeschlossen. 169 soziale und karitative Ausgabestellen (NGOs, AMS, Sozialzentren) stellen Kulturpässe aus an Personen unter der Armutsgrenze, an Sozialhilfe-, Mindestpensions- und Notstandshilfeempfänger sowie Flüchtlinge. 25.000 Tickets werden jährlich an die 20.000 Wiener Kulturpassbesitzer in Wien ausgegeben. Die Stadt Wien unterstützt die Aktion seit 2007.
In Österreich haben die Bundesländer Salzburg, Steiermark, Oberösterreich, Tirol und Voralberg das Wiener Vorbild kopiert.

Mehr ... Hunger auf Kunst und Kultur

^ nach oben

Veranstaltungen/Aktionen

dürfen's denn das?

Dürfen AMS-Dienstleister Daten an ihre Auftraggeber übermitteln? Diese Fragen diskutieren Wiener Arbeitsloseninitiativen und RA Dr. Pochieser am Freitag, den 17. September 2009, um 19.00 Uhr im Amerlinghaus, 1070 Wien.

Eine Veranstaltung des Institut für Alterskompetenzen

Armut im Waldviertel

ArmenhausPodiumsdiskussion mit VertreterInnen der Statistik Austria, der Frauenberatung Zwettl, Caritas, Arbeiterkammer, Diakonie, u.a.

Ort: Schloss Allentsteig, 3804 Allentsteig
Termin: Mittwoch, der 23. September um 13.30 Uhr

2010 Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

Logo: Europ. Jahr - Armut und AusgrenzungDas Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz hat die Website für alle Informationen, Beschlüsse, Einreichungen geöffnet

Webseite zu Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (2010) ... 2010

Kampagne: Mindestsicherung für alle Menschen in Europa

sign nowMindestens 79 Millionen Menschen leben in Europa unter der Armutsgrenze. Der Zugang zu einer angemessenen monetären Mindestsicherung gehört zu den zentralen Maßnahmen der Armutsbekämpfung und bildet die Grundlage für die Teilhabe an einer Gesellschaft, die allen ein Leben in Würde sichert. An angemessenen Mindestsicherungssystemen mangelt es jedoch in ganz Europa. In Griechenland, Italien, Ungarn und Norwegen gibt es bis heute nicht einmal ein Sozialhilfesystem, in allen anderen Ländern sind die vorgesehenen Leistungen meist nicht existenzsichernd und ist deren Inanspruchnahme oft mit Schikanen und Stigmatisierung verbunden. 2008 hat die Europäische Kommission in einer "Empfehlung zur aktiven Eingliederung der aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzten Personen" die "Anerkennung des grundlegenden Anspruchs jedes und jeder Einzelnen auf Zuwendungen und Leistungen, die ausreichen, um ein menschenwürdiges Leben zu führen" niedergeschrieben. Jetzt ist die rasche Umsetzung einer umfassenden Mindestsicherung in allen europäischen Ländern zu fordern. Unterstützen Sie die Kampagne des Europäischen Armutsnetzwerk EAPN für eine angemessene Mindestsicherung in ganz Europa. Unterschreiben Sie jetzt!

>> Kampagnentext, Unterstützungsmöglichkeit und weitere Informationen: minimum incom
>> Kampagnenaufruf als pdf: gross/klein
>> Mythen und Wahrheit zur Mindestsicherung: Eine Argumentationshilfe (pdf-Download)
>> Informationen zu Mindestsicherungspänen und -debatten in Österreich: www.mindestsicherung.at
>> Plakate, sowie Flyer zur Kampagne sind gratis im Büro der Armutskonferenz erhältlich. Bitte bestellen unter office@armutskonferenz.at

Vertragsprobleme zwischen NPOs und der öffentlichen Hand

Ein Forschungsprojekt des NPO-Institut beschäftigt sich mit der Frage
>> Welche Probleme können bei der Vertragsgestaltung und/oder Vertragsabwicklung zwischen NPOs und der öffentlichen Hand identifiziert werden?
>> Treten diese Probleme bei bestimmten öffentlichen VertragspartnerInnen, Themen bzw. Vertragsphasen gehäuft auf?

Eingeladen sind alle im Sozialbereich tätigen NPOs ihre tatsächlich existierenden Probleme bei Vertragsgestaltungen und Vertragsabwicklungen in einem Frageobogen zu notieren. Das NPO-Institut behandelt ihre Informationen vertraulich, anonymisiert und aggregiert ihre Daten

Mehr ... Online-Fragebogen

^ nach oben

Netzwerk

Sozialhilfe in (Zeiten) der Krise!?

Unterlagen zur Pressekonferenz über den Sozialhilfe-Vollzug in Salzburg vom 26.06.2009
Mehr ... www.salzburger-armutskonferenz.at

Rückblick: 3. Österreichische Schuldenberatungstagung

Von 18. bis 19. Juni 2009 fand in Bregenz die 3. Österreichische Schuldenberatungstagung statt, an der rund 100 TeilnehmerInnen aus ganz Österreich und Südtirol teilnahmen. Vorträge und Workshops wurden von VertreterInnen aus österreichischen Ministerien sowie von ExpertInnen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz gestaltet. Unter dem Schlagwort „Schuldenberatung 2020“ wurden längerfristige Zukunftsszenarien, Entwicklungen und Trends diskutiert. Weitere Diskussionen beschäftigten sich mit der Möglichkeit alternativer Geldsysteme und aktuellen Fragen wie Referenzbudgets, Schuldenberatung in den Medien, rechts- und konsumentenpolitische Entwicklungen und der Verantwortung der Banken. In Folge der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise rechnen die SchuldenberaterInnen mit einer steigenden Nachfragen nach Beratung. Sie fordern eine rasche Reform des Privatkonkurses sowie die Erhöhung des unpfändbaren Existenzminimums.

Mehr ... Schuldenberatung

Woche des Grundeinkommens 2009

E-Voting zum Ideenwettbewerb von 1.-15.7.2009

Mit der zweiten länderübergreifenden „Woche des Grundeinkommens“ von 14.-20.9.2009 soll wieder eine breite Öffentlichkeit für das Thema Grundeinkommen und die Zukunft unseres Sozialsystems entstehen.

Erstmals fand heuer ein Ideenwettbewerb statt. Per E-Voting von 1.-15.7. 2009 kann mit gestimmt werden, welche fünf Projekte je Euro 2000 für die Realisierung ihrer Projektideen erhalten sollen. Aus Österreich wurden mehrere Projekte für den Ideenwettbewerb zur Woche des Grundeinkommens 2009 eingereicht: Woche des Grundeinkommens

Die „Internationale Woche des Grundeinkommens“ soll auch heuer eine bunte Vielfalt bilden: spontane Aktionen, Zukunftsworkshops, kreative Events, politische Diskussionen und wissenschaftliche Vorträge – und eine Reihe weiterer Veranstaltungsformen. Für Österreich ist bisher ein gutes Dutzend Events geplant.

2008 fanden in der „Woche des Grundeinkommens“ an die 100 Veranstaltungen im ganzen deutschsprachigen Raum statt, davon ca. 20 allein in Österreich. Seither ist vieles passiert: Oktober 2008 - 3. deutschsprachiger Grundeinkommens-Kongress in Berlin; e-Petition an den deutschen Bundestag; zweites Jahr des Grundeinkommen-Pilotprojekts in Namibia; in Österreich wird die Diskussion über Grundeinkommen verstärkt im entwicklungspolitischen Bereich geführt.

Bedingt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise stellt sich die Frage der Existenzsicherung und gesellschaftlichen Teilhabe drastischer als zuvor. Führen wir die Diskussion, wie die kreativen Potenziale der Menschen und die vorhanden gesellschaftlichen Ressourcen sinnvoll genutzt werden können, anstatt zuzulassen, dass reflexartig zu den alten Rezepten gegriffen bzw. Resignation und Angst Raum gegeben wird. Thematisieren wir, wie Menschenwürde sowie gesellschaftliche Teilhabe für alle ermöglicht werden können!

Alle Veranstaltungen der Woche des Grundeinkommens 14.-20.9.2009 werden in einem gemeinsamen Veranstaltungskalender - im Internet auf www.woche-des-grundeinkommens.eu - und in einem österreichweiten Flyer (als pdf zum Selberausdrucken) – sowie über e-mail breit kommuniziert werden. VertreterInnen der Grundeinkommens-Netzwerke stehen gerne für Informationen und Veranstaltungen zur Verfügung (siehe www.grundeinkommen.at -> Netzwerk mit Infos zu Personen und ihren Schwerpunkten).

Für die Erstellung des Flyers, der Ende Juli zur Verfügung stehen soll, bitte folgende Angaben (Kurzbeschreibung) bis spätestens 20.7.2009 übermitteln:

  • Datum, Uhrzeit
  • Veranstaltungsform (z.B. workshop)
  • Titel der Veranstaltung
  • Mitwirkende Person(en)
  • VeranstalterIn
  • Veranstaltungsort

Darüber hinaus bitten wir, uns eine inhaltliche Beschreibung (die auch ausführlicher sein kann) zuzusenden.

4. Regionale Salzburger Armutskonferenz

Thema: „Soziale Frage Wohnen“ findet am 20.10.2009 in Salzburg statt.

Mehr ... Vorläufiges Programm

^ nach oben

Publikationen

das Budget / Money Matters / Schuldenreport

Die asb, die Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich, hat in den vergangenen Wochen einige Publikationen herausgegeben. Das Magazin „das budget“ (asb-Informationen Nr. 62) widmet seine aktuelle Ausgabe dem Thema "Referenzbudgets. Wirksames Instrument zur Vermeidung von Überschuldung". Die Analyse von Haushaltsbudgets gehört zum Grundrepertoire der Schuldenberatung. In vielen Ländern werden dafür Referenzbudgets verwendet – Ausgabenraster, die für verschiedene Haushaltstypen erstellt werden. Beiträge aus sechs europäischen Ländern (Österreich, Irland, Großbritannien, Niederlande, Schweden, Schweiz) zeigen Möglichkeiten, wie solche Budgets erstellt und verwendet werden. Von „Money Matters“, dem englischsprachigen Magazin des ecdn (European Consumer Debt Network), erschienen kürzlich zwei neue Ausgaben. Die eine befasst sich wie die aktuelle Ausgabe von „das budget“ mit der Erstellung von „Standard Budgets“ in verschiedenen europäischen Ländern. Das Heft „Over-indebtedness and Data Collection“ beschreibt die Überschuldungssituation in zehn europäischen Ländern. Der „Schuldenreport 2009“ mit aktuellen Zahlen, Daten und Fakten wird im Juli veröffentlicht.

Mehr ... das budget
Mehr ... Money Matters

Armutsatlas in Deutschland

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V. hat den „ersten Armutsatlas für Regionen in Deutschland“ herausgegeben. Nach Aussage des Verbandes soll er den sozialen Zustand für die Jahre 2005 bis 2007 in Deutschland abbilden. Weiter heißt es „der Charme einer Karte liegt in ihrer selbsterklärenden Wirkung“.

Mehr ... Armutsatlas Deutschland

^ nach oben


© DIE ARMUTSKONFERENZ,
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Snail-Mail Gumpendorferstraße 83, 1060 Wien | T+43-1-402 69 44 12
E-Mail office@armutskonferenz.at W http://www.armutskonferenz.at