Newsletter Februar 2009 - 01

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Armutskonferenz fordert effektiven nationalen Aktionsplan

Aktionsplan TitelblattIm Rahmen der 30. Mitgliederversammlung diskutierten VertreterInnen der Mitgliedsorganisationen der Armutskonferenz die für sie zentralen Strategien und Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Armut. Dabei wurde einmal mehr die – gerade in Krisenzeiten – notwendige Umsetzung eines umfassenden und effektiven nationalen Aktionsplans zur Armutsbekämpfung und -vermeidung gefordert.
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› Armutskonferenz fordert effektiven nationalen Aktionsplan
Sozialbericht: Reichsten 10% besitzen 54% des gesamten Geldvermögens
Über 50.000 ohne Bankkonto und Chance.

Armutskonferenz fordert effektiven nationalen Aktionsplan

Im Rahmen der 30. Mitgliederversammlung diskutierten VertreterInnen der Mitgliedsorganisationen der Armutskonferenz die für sie zentralen Strategien und Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Armut.
Dabei wurde einmal mehr die – gerade in Krisenzeiten – notwendige Umsetzung eines umfassenden und effektiven nationalen Aktionsplans zur Armutsbekämpfung und -vermeidung gefordert.
Konkret wurden u.a. die Einführung einer umfassenden Mindestsicherung, die deutlich über eine Sozialhilfereform hinausgeht und  österreichweite Standards und Rechtsansprüchen sichert, der  garantierte Zugang zu qualitätvoller sozialer Infrastruktur und Verbesserungen in der Arbeitsmarktpolitik gefordert.

Die in einen solchen Plan aufzunehmenden Maßnahmen hat die Armutskonferenz bereits im Herbst 2008 als Aktionsplan der Armutskonferenz und Schattenbericht zum Nationalen Bericht über Strategien für Sozialschutz und soziale Eingliederung 2008 - 2010 veröffentlicht.

Der Aktionsplan der Armutskonferenz liegt nun auch in Broschürenform vor.
> pdf-Version Aktionsplan zum Download!
Gedruckte Exemplare können (gegen Portoersatz) im Büro der Armutskonferenz bezogen werden. Kritik und Vorschläge zur Mindestsicherung auf: www.mindestsicherung.at

Sozialbericht: Reichsten 10% besitzen 54% des gesamten Geldvermögens. Oberstes Promill soviel wie gesamte untere Hälfte aller Haushalte.

Armutskonferenz weist auf Falschinformation bei Abschaffung der Erbschaftssteuer hin. Erben höchst ungleich verteilt.

(26.01.09). Der Gini-Koeffizient zur Ungleichheit der Geldvermögensverteilung in Österreich beträgt 0,66 und „liegt damit im internationalen Vergleich eher hoch“, so die Nationalbank im aktuell präsentierten Sozialbericht. „Über zwei Drittel besitzen keine nennenswerten Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens“, zitiert die Armutskonferenz die im Sozialbericht veröffentlichte neue Studie der österreichischen Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen 54% des gesamten Geldvermögens. Diesen reichsten 10 Prozent der Haushalte steht rund 290 000 Euro an Vermögen zur Verfügung. Das reichste Prozent (1%) der Haushalte hält 27% des gesamten Geldvermögens. Und das oberste Promill (0,1%) besitzt 8% des Gesamtgeldvermögens. Das entspricht der gesamten unteren Hälfte aller Haushalte, die ebenfalls über 8% des Geldvermögens verfügt.
Das Bild für eine solche Vermögensverteilung ist eine Pyramide. Damit „kann der für die Nachkriegsjahre dominierende soziologische Befund von einer nivellierten Mittelschicht nicht mehr aufrechterhalten werden.“, zitiert die Armutskonferenz die Studie. 

Anteil der Erben in oberster Einkommensgruppe am höchsten
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http://www.armut.at/armutskonferenz_news_10prozent-verfuegen-ueber-54prozent-des-geldvermoegens.htm

Über 50.000 ohne Bankkonto und Chance

Armutskonferenz fordert Recht auf Basis-Bankdienstleistungen.

Bankomat(Dez 08). Mehr als 50.000 Personen haben in Österreich keinen Zugang zu einem Girokonto. Wer ein niedriges Einkommen hat, Schuldenprobleme in Gegenwart oder Vergangenheit, muss damit rechnen, bei keiner Bank ein Konto eröffnen zu können. Auch und gerade wenn er oder sie dabei ist ,Schuldenprobleme zu regeln. Die Verweigerung einer grundlegenden gesellschaftlichen Dienstleistung, wie ein Girokonto, macht eine Verbesserung der sozialen Situation auch bei größter eigener Anstrengung unmöglich.

Wer kein Konto hat, hat kaum Chancen bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche, hohe Überweisungskosten und wird auch bei der Zahlung von Versorgungsleistungen benachteiligt. Zuletzt wurde das Problem bei der Freihaus-Zustellung von Leistungen wie Pension und Sozialhilfe an Kontolose in Wien evident: Die Post stellt wegen zu häufiger Überfälle auf BriefträgerInnen seit September kein Bargeld mehr zu, stattdessen wurden "Sonderboten" einer Sicherheitsfirma damit beauftragt. Die Praxis der Schuldenberatungen zeigt dabei, dass häufig genau jenen, die dabei sind z.B durch einen Privatkonkurs ihre Probleme zu regeln, ein bestehendes Konto gekündigt werde.

Bereits jetzt sind alle Mitgliedsstaaten von der EU aufgefordert den Zugang für Basis-Finanzdienstleistungen für alle BürgerInnen sicherzustellen. Verpflichtung dazu gibt es bislang jedoch keine.
Dabei wäre ein gesetzliches Recht auf ein Girokonto ohne Überziehungsrahmen, wie es beispielsweise in Belgien existiert, ein wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung.

> Mehr Informationen unter www.schuldenberatung.at
bzw. Anfragen an michaela.moser@asb-gmbh.at.

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Veranstaltungen/Aktionen

Irrtümer, Mythen, Aspekte und Perspektiven über Armut im Wohlstand am Beispiel Klosterneuburg

mit Beiträgen von
Dr.in Marion Breiter, "Frauen und Armut, Armut im Alter",
Mag. Martin Schenk, „Armut bekämpfen, Armut vermeiden. Aktiv werden und handeln“.
Univ.Doz. Dr. Jörg Flecker, „Die Zukunft der Arbeit, des Einkommens und der Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands".

4. und 5.3. 2009, Rathaus Klosterneuburg, Großer Sitzungssaal, 14.00 bis 21.00 Uhr
Anmeldung und Informationen unter:
Beratungsstelle Klosterneuburg, Heißlergasse5, 3400 Klosterneuburg, 02243/38118,
mail: beratungsstelle.klosterneuburg@aon.at,
Web: www.beratungstelle-klosterneuburg.net

Andersgleich – Ein integratives Forumtheater

Menschen mit Behinderungen wollen arbeiten.

PiratDas ist nicht normal.

kraftvoll
süß-sauer
aufwühlend
am Punkt

Mit: Peter Brunader, Crazy, Florian Grich, Werner Konrads, Monika Ogris

Theaterarbeit und Regie: Gabriele Skledar und Martin Vieregg, InterACT. Werkstatt für Theater und Soziokultur, Graz

27. Februar 2009, 19h, Sonnensegel, Preßgasse 28, 1040 Wien

Veranstaltet von pro mente Wien.

Geht Wirtschaftlichkeit wirklich über Alles?

Innovationsfördernde und soziale Ziele in der öffentlichen Auftragsvergabe
mit Beiträgen von Prof. DDr. Nikolaus Dimmel (Universität Salzburg), Concetta Cultrera (DG Employment, Brüssel), Klaus Wiedner (DG Internal Market and Services, Brüssel), Mag. Valentin Wedl (AK-Wien), Mag. Dr. Hubert Eichmann (Forba,Wien)

Dialogtagung des BDV in Kooperation mit AK-Wien

11. März 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr, AK-Bildungshaus
Anmeldung bitte bis 25. Februar 2009 an am@akwien.at oder office@bdv.at

Die Teilnahme ist kostenlos!

Terminaviso: Studiennachmittag Arbeitslosigkeit und psychische Belastung

Die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung lädt am 30. Juni 2009, 14.00 bis ca 18.00 Uhr
zu einem Studiennachmittag zum Thema: Arbeitslosigkeit und psychische Belastungen ein.
Als Referenten haben bereits zugesagt: Prof. DDDr. Clemens Sedmak, Salzburg und Univ.Doz. Prim. Dr. Werner Schöny, Linz.

Weitere Informationen folgen. Rückfragen an: christian.winkler@dioezese-linz.at

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Netzwerk

Armut in Salzburg

ArmutStarker Anstieg wahrgenommen!

57 Soziale Einrichtungen und Dienstleister kommen im Rahmen eines “Wahrnehmungsberichtes zur Armutsentwicklung in Stadt und Land Salzburg” zu folgenden Ergebnissen:

  • 80 % nehmen einen Anstieg der Armut in den letzten beiden Jahren wahr;
  • Verantwortlich dafür waren vorrangig die Themenkomplexe a) Wohnen / Wohnkosten; b) Entwicklungen des Arbeitsmarktes (Einkommen, Prekarisierung ..) und c) die steigenden Lebenshaltungskosten (jeweils ~ 75 %)
  • Positive Maßnahmen zur Armutsbekämpfung wurden gesetzt, mehr auf Landes- als auf Stadtebene, allerdings ist die Liste der “unerledigten” notwendigen Schritte eine sehr lange.
  • Schulnoten für die Armutspolitik für Stadt und Land: Für mehr als ein “Genügend” hat es nicht gereicht.

Mehr dazu...
http://www.salzburger-armutskonferenz.at/?p=163

Wahlkampf ist!
Arm.in Salzburg on Tour!

Wahlkampf SalzburgIm Auftrag der Salzburger Armutskonferenz hat sich eine illustre Person - Arm.in Salzburg - auf den Weg gemacht, um den Wahlkampf in Stadt und Land Salzburg zu begleiten und kritisch zu kommentieren. Als direkt Betroffener hat er - nicht nur, aber vor allem - das Thema Armut in den Blick genommen.

Mehr dazu...
http://www.salzburger-armutskonferenz.at/?p=152

38 politische Forderungen des Katholischen Familienverbandes an die neue Bundesregierung:

  • Familien brauchen materielle Unterstützung,
  • Wahlmöglichkeiten zwischen Familien- und Erwerbsarbeit verbessern,
  • Familien brauchen ideelle Unterstützung
  • Familien brauchen eine verlässliche Schule
  • … und mehr

Alle Forderungen und weiter Infos unter www.familie.at

Aurora+ Neue Wege aus der Armut!

Das Projekt setzt die Arbeit von AURORA. Gemeinsam gegen Armut fort und verfolgt das Ziel, neue Wege aus der Armut zu finden für:

  1. Menschen, die einen Anspruch auf Sozialhilfe oder die zukünftige Bedarfsorientierte Mindestsicherung haben,
  2. Frauen, die armutsgefährdet sind,
  3. Wohnungslose und in gefährdeten Wohnsituationen lebende Menschen
  4. Menschen mit Migrationshintergrund, die von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind, insbesondere jugendliche MigrantInnen.

In neun wissenschaftlich begleiteten Focusgruppen werden von Betroffenen inhaltliche Schwerpunkte erarbeitet. Diese werden in fünf Veranstaltungen  unter Einbezug eines breiten Kreises von Betroffenen, Vertreter/innen von sozialen Organisationen, von der Verwaltung und Politik sowie Wissenschafter/innen präsentiert und diskutiert. Eine gezielte Medienkampagne wendet sich sowohl an ein Fachpublikum als auch eine breitere Öffentlichkeit.

AURORA + wird von der Volkshilfe Österreich gemeinsam mit dem SRZ Stadt – und Regionalfrschung, der BAWO – Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und dem Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Universität Linz durchgeführt. Das Projekt wird von der EU gefördert und vom Sozialministerium, dem Bundeskanzleramt, dem Frauenministerium und den Landesregierungen von Oberösterreich, Steiermark und Kärnten ko-finanziert.

Veranstaltungen von Aurora.
Auftaktveranstaltung    
24. April 2009 in Wien, Urania

Thema: Bedarfsorientierte Mindestsicherung und Armut,
02. Juli 2009 in Linz, Jägermayrhof

Thema: Wohnungslosigkeit, Zugang zu gutem + leistbarem Wohnraum
Ende September 09 in Klagenfurt

Thema: Frauenarmut
Ende November 09 in Graz

Nähere Information: verena.fabris@volkshilfe.at

Haben Sie Probleme bei der Vertragsgestaltung oder Vertragsabwicklung mit der öffentlichen Hand?

Ab 1.1.2009 sammelt das NPO-Institut das ganze Jahr 2009
Probleme bei Vertragsgestaltung und Vertragsabwicklung zwischen NPOs im Sozialbereich und der öffentlichen Hand.

In einem Forschungsbericht werden diese anschließend analysiert und dargestellt werden. Die Armutskonferenz unterstützt diese Forschungsarbeit durch die Teilnahme von Koordinationsteammitglieder im wissenschaftlichen Beirat.
Nähere Informationen sowie eine Onlineeingabemöglichkeit finden Sie unter: http://www.npo.or.at/vertragsprobleme/index.html

 


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Publikationen

Armut und Reichtum in Österreich

Eine Zusammenschau der in den letzten Jahren veröffentlichten Daten zu Armut und Reichtum findet sich in der Publikation der "Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung".

Mehr dazu...
http://www.politikberatung.or.at/typo3/fileadmin/02_Studien/
5_armut/armutundreichtum2008.pdf

Sozialbericht 2007 - 2008

Das Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz hat den neuesten Sozialbericht 2007 - 2008 herausgegeben. Neben Daten und Fakten zu Armut in Österreich und der Entwicklung und Verteilung von Einkommen, findet sich im aktuellen Bericht u.a. auch ein Kapitel zu Verteilung von Geldvermögen.

Die Publikation kann durch das BMSK-Bestellservice 0800-202074 bestellt werden bzw. steht unter https://broschuerenservice.bmask.gv.at/Default.aspx zum Download zur Verfügung. 

Europa: 2010 kommt näher

Logo eapnDie aktuelle Ausgabe der EAPN-Nachrichten bietet Informationen zum Europäischen Jahr der Armutsbekämpfung 2010. Neben dem offiziellen Fahrplan für das Jahr und einem Interview zu den Plänen der EU-Kommission, gibt es Berichte zu den bereits angelaufenen Vorbereitungen in Irland und Ungarn, eine Rückschau auf das Europäische Jahr der Chancengleichheit (2007) und das Jahr für Menschen mit Behinderungen (2003).

pdf-Datei zum Download: http://www.eapn.eu/images/docs/nn%20128_de.pdf

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© DIE ARMUTSKONFERENZ,
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Snail-Mail Gumpendorferstraße 83, 1060 Wien | T+43-1-402 69 44 12
E-Mail office@armutskonferenz.at W http://www.armutskonferenz.at