Newsletter Dezember 2008 - 04

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Armutsbekämpfung muss Ziel für Regierung sein!

Faymann_ProellAnlässlich des Internationalen Tags der Armutsbekämpfung Mitte Oktober appellierte die Armutskonferenz an Werner Faymann und Josef Pröll, Armutsbekämpfung zu einem zentralen Ziel der neuen Regierung zu machen.
"In wirtschaftlichen Krisenzeiten bezahlen Armutsbetroffene immer den höchsten Preis. Wenn Millionen zur Rettung der Banken in die Hand genommen werden, müssen endlich auch Mittel für effektive Armutsbekämpfung frei gemacht und die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden", so die Armutskonferenz.
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Themen

› Armutsbekämpfung muss zentrales Ziel für neue Regierung werden.
96 000 Menschen mit Behinderungen doppelt so stark von Armut betroffen
Europa: Kaum Fortschritte im Kampf gegen Armut.
Mindestsicherung: Rechtswidrige Praktiken in den Ländern abstellen. Neue Arbeitsmarktpolitik für Benachteiligte etablieren.

Armutsbekämpfung muss zentrales Ziel für neue Regierung werden

Armutskonferenz fordert effektiven Aktionsplan.

Anlässlich des Internationalen Tags der Armutsbekämpfung Mitte Oktober appellierte die Armutskonferenz an Werner Faymann und Josef Pröll, Armutsbekämpfung zu einem zentralen Ziel der neuen Regierung zu machen.
"In wirtschaftlichen Krisenzeiten bezahlen Armutsbetroffene immer den höchsten Preis. Wenn Millionen zur Rettung der Banken in die Hand genommen werden, müssen endlich auch Mittel für effektive Armutsbekämpfung frei gemacht und die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden", so die Armutskonferenz.
Konkret fordert die Armutskonferenz, die dem Schreiben ihren eigenen Aktionsplan und damit ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung und Vermeidung von Armut als Vorbild beigelegt hat, die Einführung einer umfassenden Mindestsicherung, den Ausbau qualitätvoller sozialer Dienstleistungen und eine Verbesserung der Arbeitmarktpolitik. Zur Finanzierung soll u.a. eine fairere Belastung von Vermögen und Vermögenszuwächsen beitragen.
Der Aktionsplan wird in den nächsten Wochen und Monaten auch den einzelnen neuen MinisterInnen vorgelegt, mit der Aufforderung armutsbekämpfenden Maßnahmen in der Politik ihres Ressorts besondere Priorität zu geben.

Aktionsplan der Armutskonferenz (pdf)

96 000 Menschen mit Behinderungen doppelt so stark von Armut betroffen

37 000 können Wohnung nicht angemessen heizen

(Dez.  08). „96 000 Menschen mit Behinderungen sind in Österreich von Armut betroffen.“, macht die Armutskonferenz auf die aktuelle Situation aufmerksam. „Damit ist ihr Armutsrisiko doppelt so hoch (13%) wie das der Restbevölkerung.“, zitiert die Armutskonferenz die Armutsstatistik. „37 000 Personen mit Behinderung können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten, 69 000 leben in überbelegten Wohnungen, 38 000 sind mit wichtigen Zahlungen im Rückstand.“
Im Vergleich mit anderen Bevölkerungsgruppen, die ein hohes Armutsrisiko aufweisen, tritt bei Personen mit Behinderung hohe manifeste Armut und hohe soziale Ausgrenzung gleichzeitig auf. Wer mit einer Behinderung wenig finanzielle Möglichkeiten hat, hat auch weniger gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten und ist von stärkerer sozialer Ausgrenzung bedroht. Und umgekehrt. Wer durch eine Behinderung in zentralen gesellschaftlichen Bereichen geringeren Zugangsmöglichkeiten ausgeliefert ist, hat auch geringere ökonomische Mittel zur Verfügung, so die Armutskonferenz. 

Europa: Kaum Fortschritte im Kampf gegen Armut

Eine Analyse der aktuellen Strategischen Berichte für Sozialschutz und soziale Eingliederung, die im Herbst dieses Jahres von allen EU-Mitgliedsstaaten erstellt wurden, zeigt, dass kein einziges europäischen Land wirklich in den Kampf gegen Armut und Ausgrenzung investiert.
Das Europäische Armutsnetzwerk EAPN appelliert deshalb an alle verantwortlichen PolitikerInnen Prozesse und Maßnahmen der Armutsbekämpfung und –vermeidung zu stärken. Insbesondere müssten EU-weite und nationale messbare Ziele verabschiedet, die Beteiligungsprozesse rund um die Erstellung der Aktionspläne verstärkt und mehr Mittel für innovative Projekte zur Verfügung gestellt werden.

Verstärkung der Ungleichheiten
Vor einer Verstärkung von Ungleichheiten warnt auch der im November veröffentlichte zweite Europäische Bericht zur Lebensqualität in Europa. Viele EuropäerInnen seien im großen und ganzen zwar zufrieden mit ihrer Lebensqualität, das Ausmaß vorhandener Ungleichheiten jedoch besorgniserregend. Der Anteil an Menschen die aufgrund ihrer Armutsbetroffenheit mit starken Einschränkungen leben und sich nicht einmal das Notwendigste leisten können, steigt vor allem in den neuen EU-Mitgliedsländern und ist dort fünfmal so hoch als im Rest Europas.
Die Untersuchung wurde noch vor "Ausbruch" der sogenannten Finanzkrise durchgeführt, von einem weiteren Anstieg an Ungleichheiten kann ausgegangen werden.

Soziale Investitionen sind Gebot der Stunde
Als unzureichend kritisiert das EAPN deshalb das von der EU lancierte Wirtschaftsrettungspaket. Zwar würden "Solidarität und Gerechtigkeit" als Grundprinzipien hochgehalten und einige sinnvolle Maßnahmen präsentiert, das Paket fokussiert jedoch einmal mehr alleine auf Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum. Ohne eine starke dritte "soziale Säule" und damit soziale Investitionen u.a. in ein adäquates Mindesteinkommen und den garantierten Zugang aller zu sozialer qualitätvoller Infrstruktur in allen Ländern bestehe Gefahr, dass die beschlossenen Maßnahmen an den Bedürfnissen insbesonders der am stärksten von Armut betroffenen Menschen vorbeigehen.

Mehr Infos aus Europa: www.eapn.org
Download: European Quality of Life Survey 2007

Mindestsicherung: Rechtswidrige Praktiken in den Ländern abstellen. Neue Arbeitsmarktpolitik für Benachteiligte etablieren.

Steigende Armut ist kein Naturgesetz. Armutsbekämpfung ist möglich! Armutskonferenz fordert rasche Maßnahmen.

(Dez. 08). „Steigende Armut ist kein Naturgesetz“, weist die Armutskonferenz auf die zahlreichen Möglichkeiten Armut zu verhindern hin: „ Wir können einiges gegen die Armutsgefährdung behinderter Menschen tun“.  

- Für die angepeilte Sozialhilfereform müssen die Verbesserungsvorschläge aus der Begutachtung eingearbeitet werden, besonders was das Wohnen, die Hilfe in besonderen Lebenslagen und den Vollzug der Länder betrifft. Es kann keine Mindestsicherung geben, die diesen Namen verdient, ohne dass die tatsächlichen Wohnkosten für die Betroffenen abgedeckt werden, ohne die Sicherung österreichweiter Standards bei existentiellen Nöten in besonderen Lebenslagen, ohne eine Reform des Vollzug der Sozialhilfe in den Ländern und ohne Reform der aktiven Arbeitsmarktpolitik“, so die Armutskonferenz.  

- Die Armutskonferenz spricht sich für eine massive Investition in aktive Arbeitsmarktpolitik bei gleichzeitiger Existenzsicherung Erwerbsloser aus. Die Notstandshilfe ist um 8% seit 2000 gesunken.  Armutsbekämpfend wirkt Arbeitsmarktpolitik aber nur, wenn es am AMS passende Angebote gibt. Wenn auch Menschen mit Teilerwerbsfähigkeiten Chancen bekommen. Wenn "workless poor" nicht in "working poor" verwandelt werden mit prekären, nachhaltig dequalifizierenden Jobs. Wenn die vielfältigen Problemlagen wie Wohnen, Kinderbetreuung, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Schuldenregulierung bearbeitet werden.  

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Veranstaltungen/Aktionen

Diskurscafe

Eigenverantwortung und Solidarität - politische
Perspektiven für die Zukunft.
Veranstaltung im Rahmen des ksoe Lehrgangs zur sozialen Verantwortung

Angesichts zunehmender sozialer Not, drohender Wirtschaftskrise und notwendiger Schwerpunktsetzung bei den öffentlichen Ausgaben ist die Rolle des Staates und die Notwendigkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen, neu in Diskussion.

Zeit: Donnerstag 29. Jänner, 20h
Ort: Politische Akademie der ÖVP
Tivoligasse 73, 1120 Wien
Lageplan: http://modernpolitics.at/index.php?id=14479

Expertinnen und Experten:
Dr.in Michaela Moser, Armutskonferenz
Mag.a Franz Gassner, Institut f. Sozialethik/ Universität Wien
Dr.in Michaela Hickersberger, Ökosoziales Forum

In einem kurzen Eingangsstatement stellen die Expertinnen und Experten jeweils ihren Zugang zu dem Thema dar und stehen danach für Diskussion und Rückfragen zur Verfügung. In Kleingruppen soll an Hand konkreter Bereiche die Bedeutung in der Praxis diskutiert werden.

Eine Veranstaltung der KSOe, in Kooperation mit der Arrmutskonferenz und der Politische Akademie der ÖVP

Anmeldungen für Diskurskaffee an maria.langmaier@ksoe.at

Sichtbar werden 2009

Freitag 6. März bis Sonntag 8. März in Wien

DemonstrationIm Sinne einer verstärkten Vermeidung und Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung will das Projekt „sichtbar werden!“ Anliegen, Leistungen, Probleme und Notwendigkeiten von selbstorganisierten Betroffenengruppen aufzeigen und Möglichkeiten des Austausches, der Vernetzung und (Weiter-)Entwicklung von Veränderungsstrategien schaffen.

Geplant ist an diesem Wochenende ein
• Weltcafe mit PolitikerInnen und SozialexpertInnen
• Aktionsplanung und Aktionsvorbereitung
• Projekt und Erfahrungsaustausch

Eingeladen sind:
AkteurInnen aus Selbstorganisationen, Selbsthilfegruppen und Initiativen von verschiedenen Betroffenengruppen (MigrantInnen, Erwerbsarbeitslose, Alleinerzieherinnen, Wohnungslose/MitarbeiterInnen von Straßenzeitungen, psychisch Erkrankte, Menschen mit Behinderungen, Haftentlassene, .....)

Bitte fragen Sie für weitere Informationen direkt im Koordinationsbüro an.
Tel: Wien 402 69 44 – 12, oder office@armutskonferenz.at

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Netzwerk

137 000 Menschen in Wien manifest arm.

Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Ihre Eltern sind alleinerziehend, erwerbslos, weisen physische bzw. psychische Beeinträchtigungen auf oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können.

"In Wien sind 137 000 Menschen manifest arm.", veröffentlicht die Armutskonferenz die aktuellst verfügbaren Daten aus der EU-SILC -Erhebung.  "Das heißt, die Betroffenen können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, leben in überbelegten, feuchten, schimmligen Wohnungen", beschreibt die Armutskonferenz die Situation. "Armut macht krank, Armut macht einsam. Armut nimmt Zukunft." 68 000 Personen in Wien können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten, 95 000 sind mit wichtigen Zahlungen im Rückstand.

Zusätzlich zu den 137 000 manifest Armen können weitere 139 000 Personen in Wien als armutsgefährdet bezeichnet werden. "Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Ihre Eltern sind alleinerziehend, erwerbslos, weisen physische bzw. psychische Beeinträchtigungen auf oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können“.

"Vieles hat sich mit den modernen Sozialstaaten geändert. Hunger und Frieren gibt es nicht mehr als Massenphänomen. Aber auch heute leben in Millionenstädten wie Wien 137.000 Menschen unter schwierigsten sozialen Bedingungen.", so die Armutskonferenz. Das Risiko abzustürzen, ist gestiegen, auch für Leute, die es sich für ihr Leben nie gedacht hätten. Armut ist Stress, um die notwendigsten Grundbedürfnisse zu befriedigen.

5 Jahre Hunger auf Kunst und Kultur - 5 Jahre im Zeichen der Solidarität

Spendenkampagne „Werden Sie Kunst & Kultur Spender/in“ startet. 25.000 Tickets pro Jahr für „Hunger auf Kunst und Kultur“ in Wien.

(Dez. 2008) Vor genau fünf Jahren haben das Wiener Schauspielhaus und die Armutskonferenz die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ initiiert, um Menschen mit finanziellen Engpässen einen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Heute nehmen 20.000 KulturpassbesitzerInnen das breite Angebot an Theater, Film, bildender Kunst, Tanz und Musik gerne in Anspruch. Die Zahl der KulturpassbesitzerInnen wächst täglich. „Es gibt keinen Grund, warum Menschen das kulturelle Angebot vorenthalten werden sollte, nur weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen“, hält Martin Schenk von der Armutskonferenz die Bedeutung der Aktion fest.

„Armutsbetroffene besuchen um die Hälfte weniger (39%) kulturelle Veranstaltungen oder Einrichtungen wie Personen mit ausreichendem Einkommen (82%).“, zitiert Diakonie-Sozialexperte Schenk aktuelle Erhebungen der Armutsforschung. „Beim Besuch von Bibliotheken ist der Unterschied am geringsten, bei Theater, Musical, Konzerten und Kino am höchsten. Armutsbetroffene weisen einen dreimal geringeren Besuch von Kino, Theater, Konzert oder Musical auf als die Restbevölkerung.“

Spendenkampagne „Werden Sie Kunst & Kultur Spender/in“
Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, startet nun eine
Spendenkampagne. Die aktuelle Kampagne „Werden Sie Kunst & Kultur Spender/in“ ruft vor allem BesucherInnen der Kulturinstitutionen mit Foldern aktiv zum Spenden auf. Wer spendet, erhält als Dankeschön einen Schokotaler. Die Idee dahinter ist: jene, die es sich leisten können, finanzieren Eintritte für die, die es sich nicht leisten können. Für die Finanzierung der Tickets sind die einzelnen Kulturinstitutionen nämlich selbst verantwortlich, sei es über Spenden oder Sponsoren. Kostenlos zur Verfügung gestellte Inserate von Medien – und Wirtschaftspartnern unterstützen die Kampagne medial, um mehr Bewusstsein zu schaffen.

Eindrucksvolle Zahlen in nur fünf Jahren
War 2003 das Schauspielhaus noch das einzige Haus, so haben sich mittlerweile 122 große, mittlere und kleine Kulturinstitutionen in und um Wien quer durch alle Sparten der Initiative angeschlossen. 177 soziale und karitative Ausgabestellen (NGOs, AMS, Sozialzentren) stellen Kulturpässe aus an Personen unter der Armutsgrenze, an Sozialhilfe-, Mindestpensions- und Notstandshilfeempfänger sowie Flüchtlinge. 25.000 Tickets werden jährlich an die 20.000 Wiener Kulturpassbesitzer in Wien ausgegeben. Die Stadt Wien unterstützt die Aktion seit 2007.

Hunger auf Kunst und Kultur hat Vorbildwirkung
Dem Wiener Beispiel der Initiative Hunger auf Kunst und Kultur folgten die Bundesländer Salzburg (2005), Steiermark (2006) und Oberösterreich (2007) und heuer auch Vorarlberg und Tirol. Auch international findet die Aktion immer mehr Nachahmer.

Infos: www.hungeraufkunstundkultur.at

10 Jahre Wiener Spendenparlament

Das Wiener Spendenparlament hat in seiner 10. Parlamentssitzung rund 14.000 Euro an sieben Sozialprojekte in Wien vergeben. Das Besondere am Spendenparlament ist, dass seine stimmberechtigten Mitglieder darüber abstimmen, welche Projekte in welchem Umfang gefördert werden.

Spendenparlament - AbstimmungRund 80 aktive BürgerInnen der Stadt Wien haben anlässlich der 10. Sitzung des Wiener Spendenparlaments wieder Gebrauch von ihrem Stimmrecht gemacht und in der dreistündigen Sitzung über die Verteilung von rund 12.740 Euro an innovative Sozialprojekte im Raum Wien entschieden.
2250 Euro gingen an den Verein Schmetterling mit dem Projekt „Fußball mit jungen Flüchtlingen“. Die Initiativen spacelab und Arge Mikn wurde mit je 1990 Euro bedacht, die in „Hilfe gegen Jugendarbeitslosigkeit“ und „Begleitung von Menschen mit psychischer Erkrankung“ fließen werden. Die SHG_fMisL erhielt 1960 Euro Euro, die dem der Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen zugute kommen werden, der Verein „Psychosoziales Tageszentrum Regenbogen“ bekam 1910 Euro und das Projekt „Hilfe für Wohnungslose“ der Vinzenzgemeinschaft wurde mit 1880 Euro dotiert. Der Verein Wegfrei durfte sich über 760 Euro, die für das Projekt Unterstützung bei Teilleistungsschwächen“ bestimmt sind, freuen. Erfreulich am Ergebnis der 10. Sitzung des Vereins ist auch, dass mit dem diesjährigen Spendenvolumen insgesamt bereits rund 148.000 Euro an Sozialprojekte in Wien ausgeschüttet wurden.

Sensibilisierung
„Wir sammeln Stimmen gegen Armut. Wir machen soziale Not öffentlich und wollen etwas dagegen tun. Je größer die Anzahl der aktiven Mitglieder im Spendenparlament ist, desto höher sind die Unterstützungen, desto mehr können wir gemeinsam bewegen.“

Schüler gegen Armut
SpendenparlamentEin Projekt des Wiener Spendenparlaments ist daher, Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen zu betreiben und sie für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren. Seit 2005 werden an fünf Wiener Schulen Unterrichtsprojekte durchgeführt, in deren Rahmen sich die SchülerInnen mit der Arbeit des Wiener Spendenparlaments auseinander setzen. Die Klassen bringen 75 Euro auf, erhalten dafür ein Stimmrecht, setzen sich mit den aktuellen Projekten auseinander und beschließen gemeinsam, wie am Tag der Wahl abgestimmt werden wird.

Spenden mit Stimmrecht
1998 gegründet, verfolgt das Wiener Spendenparlament erfolgreich das Ziel, oft sehr kleine Sozialprojekte, die auf Grund von mangelnden Ressourcen oder fehlendem Know-how wenig Chancen auf öffentliche Unterstützung hätten, zu unterstützen.

Drei Säulen
Beispiele wie die Startfinanzierung des Projektes „Die Wiener Tafel“ durch den Verein bestätigen das Konzept, oft unbekannte innovative Initiativen zu fördern. Der Verein, der derzeit rund 200 Mitglieder verzeichnen kann, setzt dabei auf drei wichtige Säulen: Demokratie, Transparenz und Regionalität. Konkret bedeutet das, dass die Auswahl der Initiativen und das Ausmaß ihrer Förderung, in einer demokratischen Abstimmung erfolgen, dass alle Spendengelder ausschließlich den sozialen Projekten zu gute kommen und dass nur Projekte im Raum Wien gefördert werden. Damit erhalten die Mitglieder des Wiener Spendenparlaments die Möglichkeit ihr eigenes Lebensumfeld mit zugestalten, die widmungsgerechte Verwendung ihrer Spende zu überprüfen und direkten Kontakt zu den von ihnen unterstützten Projekten zu erhalten.

Info: www.spendenparlament.at

Irland: Film "A Journey for Change" und alternativer Aktionsplan

Ende November präsentierte das irische Armutsnetzwerk einen Film mit den Erfahrungen der irischen TeilnehmerInnen beim 7. Europäischen Treffen von Menschen mit Armutserfahrungen. Der Kurzfilm mit dem Titel "A Journey for Change" und ist in zwei Teilen auf www.Youtube.com zu sehen und zeigt vor allem die politischen Aktivitäten armutsbetroffener Frauen und Männer in Irland zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit und Wohnproblemen.

Gleichzeitig wurde auch ein alternativer Aktionsplan und Schattenbericht zu Strategiebericht der irischen Regierung veröffentlicht. Während der offizielle Bericht erstmals ohne Konsultationsprozesse mit Menschen mit Armutserfahrungen erstellt wurde, basiert der alternative Aktionsplan auf umfassenden Diskussionen und Fokusgruppen mit Menschen mit Armutserfahrungen in ganz Irland.
Weitere Information (auf Englisch): www.eapn.ie.


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Publikationen

Leseheft 4: FAIR statt PREKÄR Atypische Beschäftigungsformen - prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen

Leseheft PräkärIn bewährter Qualität hat das OÖ Armutsnetzwerk ein weiteres seiner Lesehefte zusammengestellt, das einen gleichermaßen knappen wie guten Einblick in Hintergründe, Fakten, und Konsequenzer atypischer Beschäftigung, von freien Dienstverträgen über Praktika bis zur Leiharbeit, gibt. Ein spezieller Layout-"Trick" ermöglicht den direkten Vergleich prekärer mit fairer Arbeitsverhältnisse, speziell in den Blick genommen werden u.a. auch die prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen von von Frauen und MigrantInnen.

Das Leseheft kann bei der Sozialplattform OÖ kostenlos bezogen werden: office@sozialplattform.at; Download Leseheft pdf

Sozialverträglichkeitsprüfung. Eine europäische Herausforderung.

Sozialverträglichkeitsprüfung BuchcoverVon Jakob Reichenberger und Clemens Sedmak (Hrsg).

Eine Sozialverträglichkeitsprüfung (SVP) ist ein Instrument, mit dessen Hilfe die Auswirkungen von gesellschaftlichen Entscheidungen für eine bestimmte (benachteiligte) Bevölkerungsgruppe bereits vor deren Umsetzung abgeschätzt werden sollen. So kommt der SVP eine wichtige Aufgabe im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu. Der Band versammelt Beiträge eines Seminars der Salzburg Ethik Initiative und des Zentrums für Ethik und Armutsforschung der Universität Salzburg. Die AutorInnen erläutern die Möglichkeiten der Umsetzung, die gesellschaftlichen Voraussetzungen und die Vorbilder, an denen sich eine SVP orientieren kann.

Schande Armut. Stigmatisierung und Beschämung. Dokumentation 7. Armutskonferenz.

Armutskonferenz DokuStigmatisierung ist ein Prozess der Zuschreibung von Merkmalen, die Ablehnung, Beklemmung oder Unbehagen bei Dritten hervorrufen und die Stigmatisierten entwerten. Die Betroffenen empfinden Scham. Sie fürchten ihr Gesicht zu verlieren und wissen ihr Ansehen bedroht. Beschämung hält Menschen klein und rechtfertigt die Bloßstellung und Demütigung als von den Beschämten selbst verschuldet.
Prozesse der Stigmatisierung und Beschämung Armutsbetroffener stehen im Mittelpunkt der Publikation. Dabei werden zentrale Lebens- und Erfahrungsbereiche, in denen Armutsbetroffene Stigmatisierungserfahrungen machen, in den Blick genommen. Die entsprechenden Wirkmechanismen und Konsequenzen in unterschiedlichen Bereichen werden analysiert und diskutiert, Gegenstrategien gemeinsam entwickelt: Für Arbeitsmarkt, Bildungsbereich, Gesundheitssektor, Justizwesen, sozialen Dienstleistungssektor, für Wohnbereiche, mediale Diskurse und die Wissenschaft.
Zu bestellen und www.armutskonferenz.at
12,- € + 3,- € Versandkosten

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