Newsletter Juni 2007 - 04
Sie bekommen diesen Newsletter, weil Sie sich bei der Armutskonferenz in die Liste eingetragen haben. Wir freuen uns und wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.
Sie können den Newsletter auch an FreundInnen und Bekannte weiterempfehlen.
Wenn Sie über eine Suchmaschine oder über die Webseite auf diesen Newsletter gestoßen sind und ihn bestellen wollen, freuen wir uns.
Sollten Sie den Newsletter nicht mehr zugeschickt bekommen wollen, können Sie in hier abbestellen.
BESTELLEN | ABBESTELLEN
Armut per Gesetz? Was Armuts-betroffene vom Sozialminister erwarten
Menschen mit Armutserfahrungen vernetzen sich europaweit und trafen Sozialminister Buchinger.
Mehr ...
1.a. Die gute Nachricht: zwei Drittel in Wohlstand, die schlechte: Armut konstant hoch
Bildungschancen sollen vom Talent der Kinder und nicht vom Status der Eltern abhängen
Die gute Nachricht des präsentierten Berichts zu "Armut und Einkommen" ist, dass zwei Drittel der Bevölkerung keine ökonomischen und sozialen Probleme aufweisen, die schlechte: die manifeste Armut ist mit 420 000 Betroffenen konstant hoch, so die Armutskonferenz. Die Vergleichszahlen zum letzten Jahr liegen alle in der statistischen Schwankungsbreite.
Die Betroffenen können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, leben in überbelegten, feuchten, schimmligen Wohnungen, die Auswirkungen lassen sich zusammengefasst beschreiben mit: Armut macht krank, Armut macht einsam. Armut nimmt Zukunft.
http://www.armut.at/armut_in_oesterreich_armut_ist.htm
Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Ihre Eltern sind alleinerziehend, erwerbslos, zugewandert, oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können. Besonders auffällig in Österreich: die mangelnden sozialen Aufstiegschancen von Kindern unabhängig ihrer sozialen Herkunft.
1.b. Armutsbericht: Arme Kinder zu 30% aufs Gymnasium, mittlere Einkommen zu 40%, hohe zu 71%
Bildungsentscheidung zu früh. Schulqualität: wo zu wenig gelernt und zu viel gelehrt wird, rechnet man fix mit Nachhilfestunden anderswo.
http://www.armut.at/armutskonferenz_
news_armutsbericht_schule_020507.htm
1.c. Armutsbericht: Frühförderung einfache Maßnahme gegen Vererbung von Armut
Die wichtige Fruehfoerderung betrifft nicht nur Kinder mit Bedarf an Sprachfoerderung, sondern allgemein Kinder aus sozial schwaecheren Elternhaeusern.
http://www.armut.at/armutskonferenz_
news_armutsbericht_schule_020507.htm
1.d. Armutsbericht: Armut kann Ihre Gesundheit gefährden
Bevölkerung unter der Armutsgrenze weist dreimal schlechteren Gesundheitszustand auf (11%) als hohe Einkommen (4%). Armutskonferenz fordert E-card für SozialhilfeempfängerInnen und soziale Indikatoren für die österr. Gesundheitsstrategie.
http://www.armut.at/armutskonferenz_
news_armutpergesetz_040507.htm
Armut per Gesetz? Was Armutsbetroffene vom Sozialminister erwarten
Menschen mit Armutserfahrungen vernetzen sich europaweit und trafen Sozialminister Buchinger.
http://www.armut.at/armutskonferenz_
news_armutpergesetz_040507.htm
Weiterere Berichte auf der website der SHG_fMisL und der deutschen Präsidentschaft
http://webling.at/shg_fmisl/eu2007de/index.html
http://www.eu2007.bmas.de/EU2007/Navigation/ Deutsch/aktuelles,did=201682.html
Forschungsberichts des Instituts für Sozialpolitik
Ein Bericht über die Evaluation der AMS-Kurse in Niederösterreich, darin die Kapitel 2.2 und 3 in denen vier aktivierende Maßnahmen evaluiert werden, an denen überwiegend Personen teilgenommen haben, für die eine Armutsgefährdung nicht weit oder bereits vorhanden ist.
http://www.wu-wien.ac.at/sozialpolitik/forsch/pub/fb0702
Anlässlich der Abschlussveranstaltung der Entwicklungspartnerschaft wurde am 4. Juni 2007 von Josef Bakic, Marc Diebäcker und Elisabeth Hammer die "Wiener Erklärung zur Ökonomisierung und Fachlichkeit in der Sozialen Arbeit" präsentiert,
nachzulesen unter, sowie die Möglichkeit eine Unterstützungserklärung abzugeben:
http://www.sozialearbeit.at/petition.php
ist eine Bilddatenbank zum Thema Gewalt an Frauen und Kindern in Beziehungen. Sie versteht sich als Alternative zum herkömmlichen Angebot und bietet Bilder an, die das Problem der Männergewalt an Frauen nicht auf die Darstellung des Gewaltaktes oder den voyeuristischen Blick auf die Opfer reduzieren. Erstellt vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und der Informationsstelle gegen Gewalt
http://www.bildergegengewalt.net/
Neu Broschüre des Wiener Spendenparlaments erhältlich, sowie
Exemplare zur Verteilung gratis erhältlich.
bitte bestellen unter:
spendenparlament@akis.at
"Das Wiener Spendenparlament" sammelt Stimmen gegen Armut durch "Spenden mit Stimmrecht". Wer mindestens 75 Euro im Jahr gibt, bestimmt in gemeinsamen Versammlungen mit, wo die Spenden eingesetzt werden. Seit der Gründung im Herbst 1998 wurden so 85.000 Euro an 31 Projekte für Menschen in Not vergeben. (27.10.2005) mehr ...
Einladung zu einer vernetzten Arbeitstagung.
Das Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung hat sich neu formiert. Das Ziel ist eine Plattform zu bieten, in welcher Armut, Diskriminierung und soziale Ausgrenzung – unter Berücksichtigung von Sozialisation, Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Beeinträchtigung, Handicap, persönliche Umstände und Lebenssituation – Öffentlichkeit und Beachtung, aber vor allem Lösungssansätze bekommt.
Thementische zu Erfahrungen, Auswirkungen, Aktivitäten, Perspektiven
Dienstag, 26. Juni 2007, 9.00 bis 13.00 Uhr
Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Magarete Meesters margarete.meesters@chello.at
im Rahmen von forum.findet.stadt.07 - Neuer Armut entgegenwirken:
gibt es am 26.Juni, um 17.00h eine große Abschlussaufführung
am Grazer Hauptplatz (bei Regen am 27.06.)
Kartenreservierungen unter 0316/720935, 0650/7209350
oder unter office@interact-online.org
http://www.interact-online.org/aktuell.htm
Zu drastische Maßnahme – ganz bitter für Familien mit Kindern. Strom ist ein lebensnotwendiges Gut, anders als etwa ein Handy. Stromabschaltungen sollten deshalb überhaupt nicht in Betracht gezogen werden, „es sind ja auch Kinder betroffen“, argumentiert die Armutskonferenz.
Thematisiert wurde das Anliegen der Salzburger Armutskonferenz, die immer wieder auf die erschreckend hohe, teils versteckte Armut auch in Salzburg hinweist, bereits im August vergangenen Jahres in einem Gespräch mit der Salzburg AG. Vertreten wird es aber auch von verschiedensten Sozialinitiativen, wie der Sozialen Arbeit GmbH, der Frauenhilfe oder dem Frauentreffpunkt. „Den Sozialeinrichtungen wurde zwar zugesagt, in Härtefällen gesprächsbereit zu sein, was auch klaglos funktioniert – an Stromabschaltungen als Geldeintreibungsmaßnahme wurde aber festgehalten“, sagt Robert Buggler, Sprecher der Salzburger Armutskonferenz. Mit dem Hinweis, auch Dienstleister wie die Handygesellschaften würden bei säumigen Zahlern ein Handy nicht mehr zur Verfügung stellen. Ein nach Ansicht Bugglers nicht gerechtfertigter Vergleich: „Ein Handy ist zwar auch enorm wichtig geworden, so abgeschnitten wie ohne Strom ist man ohne Handy aber nicht.“ Strom hingegen sei buchstäblich ein lebensnotwendiges Gut – und: bei Stromabschaltungen sind auch Kinder betroffen. „Man kann dann nicht einmal einen Brei für ein Baby wärmen.“ Dass Stromabschaltungen, trotz ständiger Interventionen von Sozialinitiativen, häufiger sind, als man meinen könnte, zeigen die nackten Zahlen: in Salzburg sind es 200 bis 250 pro Monat (!), betroffen dürften vor allem auch sozial Schwache sein, die nicht oder nicht rechtzeitig soziale Einrichtungen kontaktieren.
Der Versorgungsauftrag, wie ihn Energieunternehmen wie die Salzburg AG ohnedies hätten, biete sicherlich Möglichkeiten, Stromabschaltungen generell zu hinterfragen. „Zum Geldeintreiben hat die Salzburg AG, wie jedes andere Unternehmen auch, ja die üblichen Maßnahmen, von Mahnungen bis hin zu Exekutionen, offen.“
Armutsfalle Öffis
Einkommensschwache müssen voll zahlen
Utl.: Höchste Zeit für soziale Tarifgestaltung. Auch Menschen mit wenig Geld müssen zum Arzt, aufs Amt oder Kinder von der Schule abholen. Armutskonferenz stellt "Trugbilder" richtig.
http://www.armut.at/armutskonferenz_netzwerk_
wien_armutsfalle%F6ffis.htm
Armutsbericht: 91 000 Menschen sind in Wien manifest arm. 204 000 armutsgefährdet
Präsentation "Armutslagen in Wien. Zur sozialen Anatomie einer Stadt"
"In Wien sind 91 000 Menschen (6%) manifest arm.", veröffentlicht die Armutskonferenz die neuesten Daten aus der EU-Silc -Erhebung. "Das heißt die Betroffenen können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, leben in überbelegten, feuchten, schimmligen Wohnungen", beschreibt die Armutskonferenz die Auswirkungen ..." Armut macht krank, Armut macht einsam. Armut nimmt Zukunft."
204 000 Personen sind in Wien armutsgefährdet (12,7%). Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder, 53 000 (17%). Ihre Eltern sind alleinerziehend, erwerbslos, zugewandert, oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können.
130 000 Menschen sind in Wien prekär beschäftigt, das heißt vollzeitbeschäftigt unter 1000 euro brutto, geringfügig, unregelmäßig beschäftigt, etc; ihr Armutsrisiko ist mit 23% sehr hoch.
Das Risiko, ohne Halt abzustürzen, ist gestiegen, auch für Leute, die es sich für ihr Leben nie gedacht hätten. Armut ist Stress, um die notwendigsten Grundbedürfnisse zu befriedigen.
14% der Wiener Bevölkerung leben mit feuchten Wänden, 10% in äußerst beengten Verhältnissen, in überbelegten Wohnungen.
Armutslagen in Wien
Empirische Befunde zu Arbeit, Geld und Wohnen sowie spezifische Disparitäten nach Migrationshintergrund und Geschlecht.
Schriftenreihe des Instituts für Soziologie, Universität Wien, 2006.
Armutslagen in Wien (pdf)
Keine Schubhaft für AsylwerberInnen
http://www.fluchtistkeinverbrechen.at
Schubhaft ist keine Strafhaft und Flucht ist kein Verbrechen! Eine Initiative des Forum Asyl
Mit 1. Jänner 2006 traten die neuen Bestimmungen des Fremdenpolizeigesetzes (FPG) in Kraft, welche die Festnahme und Inhaftierung von AsylwerberInnen bereits in einem sehr frühen Stadium des Verfahrens ohne entsprechende Rücksichtnahme auf besonders schutzbedürftige Personen und Situationen erlauben. Dies führt dazu, dass in Österreich schutzsuchende Menschen unabhängig ihres Alters, ihrer psychischen Verfassung und ihrer Familienbindungen unmittelbar nach Stellung eines Asylantrags in Schubhaft genommen und oft monatelang festgehalten werden.
Mehr ...
Die Siebente Armutskonferenz
4. und 5.März 2008
Bildungshaus St.Virgil, Salzburg
davor: Österreichweite Aktionswoche gegen Armut
Ganz unten.
Die Entdeckung des Elends – Wien, Berlin, London, Paris, New York
Wien Museum
Karlsplatz, 1040 Wien
14. Juni 2007 bis 28. Oktober 2007
Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Hermann Drawe, Inneres eines Ziegelofens, 1904
Copyright: Österreichisches Volkshochschularchiv
http://www.wienmuseum.at/frameset.asp
© DIE ARMUTSKONFERENZ,
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Snail-Mail Gumpendorferstraße 83, 1060 Wien | T+43-1-402 69 44 12
E-Mail office@armutskonferenz.at W http://www.armutskonferenz.at