Kaptiale Möglichkeiten. Handbuch Reichtum im Studienverlag erschienen

Auswirkungen von Reichtumskonzentraion auf die Demokratie / Neuer Band möchte zu einem Verständnis von Reichtum als mehrdimensionalem Phänomen und als Verhältniswort beitragen

handbuch-reichtum-in-oesterreich

(04.10.2017) „Reichtum definiert sich durch kapitale Möglichkeiten“, so schreiben die HerausgeberInnen des heute erschienen „Handbuch Reichtum. Neue Erkenntnisse aus der Ungleichheitsforschung“ im Editorial des über 500 Seiten starken Bandes. Ein entscheidender Teil des Buches befasst sich mit den Auswirkungen von Reichtumskonzentration auf die Demokratie. „Dieses Buch möchte zu einem Verständnis von Reichtum als mehrdimensionalem Phänomen und als einem Verhältniswort beitragen“. Unter den 38 ExpertInnen finden sich international renommierte Köpfe wie die Soziologieprofessorin Manuela Boatca, der Eliteforscher Michael Hartmann, OECD-Experte Michael Förster oder Garbriel Zucman von der Berkley Universität genauso wie ausgewiesene Fachleute aus Österreich wie Karin Heitzmann, Philip Korom, Hilde Weiss, Stefan Humer oder Michaela Neumayr.

Die Verteilung von Vermögen ist zuletzt durch zwei Ereignisse in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt: Die Debatte um Thomas Pikettys Bestseller „Kapital im 21. Jahrhundert“ und die erstmalig verfügbaren Vermögensdaten der europäischen Zentralbanken im Household Finance and Consumption Survey (HFCS). Die Frage danach, was Reichtum eigentlich ist, ist alt und umstritten. Was bedeutet es, reich zu sein, wie wird Reichtum definiert und was bedeutet Reichtum für eine Gesellschaft?

In zweijähriger Arbeit Forschungsergebnisse gebündelt

Das in zweijähriger Arbeit entstandene Handbuch bündelt die aktuellen Forschungsergebnisse aus diversen Journals, Zeitschriften, Working Papers und Artikel in einem Werk. Ökonom Martin Schürz, Soziologin Julia Hofmann, Sozialexperte Martin Schenk und Rechtsprofessor Nikolaus Dimmel bilden darin nicht nur die ökonomische Debatte ab, sondern es werden soziologische, historische, rechtliche und kulturwissenschaftliche Aspekte mit einbezogen. Die AutorInnen des Handbuches präsentieren zum einen die neuesten Erkenntnisse zur Verteilung von Einkommen und Vermögen auf globaler, europäischer wie österreichischer Ebene. Sie gehen zum anderen den Quellen von Reichtum und dessen Folgen für die Demokratie nach und thematisieren das Verhältnis von Geschlecht und Verteilung sowie die verschiedenen „Kulturen des Reichtums“. Der Band schließt mit zwei Beiträgen zur Frage der (globalen) Besteuerung und einem Ausblick auf künftige Herausforderungen der Reichtums- und Verteilungsforschung.

Handbuch Reichtum. Neue Erkenntnisse aus der Ungleichheitsforschung. Hrg von Nikolaus Dimmel, Julia Hofmann, Martin Schenk und Martin Schürz, Studienverlag 2017, 508 Seiten.

Weitere Informationen und Bestellung: www.studienverlag..at

Hintergrund-Informationen:
Das war die 3. Reichtumgskonferenz (2013)
Positionspapier Reichtum und Verteilung