Wohnen
Über geschützten Wohnraum verfügen zu können, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Als „Kopf über dem Dach“ bewahren uns die eigenen vier Wände vor ungünstigen Witterungsbedingungen und schützen unsere Habe vor fremdem Zugriff. Als „Zuhause“ bilden sie einen sicheren Ort, wo wir eine Vielzahl unserer physischen, psychischen und sozialen Bedürfnisse erfüllen können. Keine eigene Wohnung zu haben bedeutet hingegen, massive Beschränkungen bei persönlicher Autonomie und gesellschaftlichen Status hinnehmen zu müssen.
Wie Menschen wohnen und wie hoch ihre Wohnkosten gemessen am Einkommen sind, hat zentralen Einfluss auf ihre Lebensqualität und Teilhabechancen und in weiterer Folge auf die Gesellschaft als Ganze. Wohnpolitik ist deshalb immer auch unter verteilungspolitischen und armutspolitischen Gesichtspunkten zu sehen. Umgekehrt gilt, dass Armutsprävention im Politikfeld Wohnen über die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit weit hinaus gehen muss. Nichts desto trotz kommt Letzterer auch heute große Bedeutung zu. Wohnungslosigkeit nimmt viele verschiedene Formen an. Diese reichen vom Fehlen jeglicher Unterkunft über den Mangel an eigenem geschütztem Wohnraum, vom bevorstehenden oder ständig drohenden Wohnungsverlust bist hin zu unzumutbaren Wohnsituationen. Die öffentlich sichtbare Obdachlosigkeit ist deshalb nur die Spitze eines Eisbergs.
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