Mobilität | Räumliche Ausgrenzung

Mobilitätsarmut sperrt aus. Mangelnde Möglichkeiten an unterstützender Verkehrsinfrastruktur zementieren Benachteiligungen, engen die Bewegungsfreiheit weiter ein. Mobilität ist das „Potenzial der Beweglichkeit“ (Konrad Götz). Mobilität ist ein Grundbedürfnis, das bis zu einem gewissen Maß gesichert sein muss – damit die Menschen sich wiederum andere Bedürfnisse erfüllen können: einkaufen, arbeiten, Freunde treffen, am kulturellen Leben teilnehmen.

Zum Beispiel ist die Erreichbarkeit von Bildungseinrichtungen für Kinder ein zentraler Faktor für die Schulwahl. Oder: Armutsbetroffene sind dreimal so oft krank wie die Restbevölkerung, nehmen aber in wesentlich geringerem Ausmaß Gesundheitsdienste in Anspruch. Besonders in ländlichen Regionen, in denen die Versorgung mit FachärztInnen schlecht ist und größere Strecken zum nächsten Arzt, Krankenhaus oder nächsten Ambulanz zurückgelegt werden müssen.

Je geringer das Einkommen, desto mehr sind die Menschen auf den öffentlichen Verkehr angewiesen. Im untersten Einkommensviertel besitzen 60 % der Haushalte kein Auto, bei Armutsbetroffenen geht der Autobesitz gegen null.

Untere Einkommen leben an den Hauptstraßen des motorisierten Verkehrs mit mehr Lärm und mehr Schadstoffbelastung. Wer Geld hat, zieht weg. Da stellen sich Fragen der Umweltgerechtigkeit. Wie sind Umweltbelastungen in der Bevölkerung verteilt? Fliegen Flugzeuge bei Start/Landung über alle Köpfe oder überproportional über solche von statusniedrigeren Gegenden? Werden breite Straßen durch Viertel der Oberschichten gelegt? Armut bestimmt den Ort, an dem Menschen leben (müssen). 

 

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