Überschuldung

Zusammenhänge zwischen Armut und Überschuldung werden in wissenschaftlichen Studien genauso deutlich wie aus den statistischen Erhebungen und der täglichen Praxis der Schuldenberatungen.
Kredite und Ratenkäufe gehören zur Normalität vieler Haushalte und führen nicht notwendig zu Problemen. Durch die Veränderung von Lebensumständen und den damit verbundenen Einkommensverlust, wie z.B. im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung, können auch aus zunächst problemlosen Schulden ernstzunehmende Schuldenprobleme werden.

Europaweit gehen ExpertInnen von mindestens 20 Millionen Haushalten mit Schuldenproblemen aus, in Österreich sind nach Einschätzung der Schuldenberatungen an die 300.000 Haushalte überschuldet. Umfassende Daten zu Überschuldung sollen im Rahmen eines EU-SILC Sondermoduls ab 2010 erstmals zur Verfügung stehen.

Zwar unterscheiden sich die in verschiedenen europäischen Ländern verwendeten Definitionen im Detail, stimmen jedoch insofern überein, als von Überschuldung jeweils dann gesprochen wird, wenn fällige Schulden innerhalb einer bestimmten Zeit nicht mehr zurückgezahlt werden können. Die konkreten Gründe für Schuldenprobleme sind so vielfältig und multidimensional wie die Ansätze und eingeschlagenen Lösungswege. Zu den zentralen Maßnahmen zählen neben der Etablierung spezialisierter Schuldenberatungseinrichtungen, die Möglichkeit eines gesetzlichen Schuldenregulierungsverfahrens, die Stärkung finanzieller Allgemeinbildung, sowie verbesserte Rahmenbedingungen für verantwortliche Finanzdienstleistungen. Von großer Bedeutung ist dabei auch die Sicherung des Zugangs zu grundlegenden Finanzprodukten wie etwa einem Girokonto auf Habenbasis.

 

Dokumente zu Überschuldung

 

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