Migration
Österreich ist de facto ein Einwanderungsland, jedoch fehlt diese Erkenntnis weitgehend in der österreichischen Migrationspolitik, die von einem Diskurs der Abwehr und Aspekten der Sicherheitspolitik dominiert wird. Eine politische Strategie, die darauf abzielt, MigrantInnen und deren Kinder die gleichen Teilhabechancen am politischen, sozialen und kulturellen Leben wie in Österreich geborene Menschen zu eröffnen, wird nicht ausreichend verfolgt.
MigrantInnen und Menschen mit Migrationshintergrund gehören neben AlleinerzieherInnen und älteren Frauen zu jenen Gruppen, die am häufigsten von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind. Das höhere Armutsrisiko ist auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen: eingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt, niedrige Bildung, mangelnde Anerkennung von erworbenen Bildungsabschlüssen im Herkunftsland, geringes Einkommen, Benachteiligung am Wohnungsmarkt, diskriminierende rechtliche Bestimmungen, Rassismus, etc. MigrantInnen haben überdurchschnittlich oft schlecht bezahlte Berufe mit geringem Qualifikationsniveau und niedrigem sozialen Prestige. Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund haben weitaus schlechtere Bildungschancen als Kinder aus Familien ohne Migrationshintergrund. Zudem müssen MigrantInnen überdurchschnittlich oft in schlecht ausgestatten, überbelegten und in vielen Fällen überteuerten Wohnungen leben.
Notwendig wäre eine Politik, die Integration als wechselseitigen Prozess zwischen der zugewanderten und der ansässigen Bevölkerung versteht und konkrete Maßnahmen zur Förderung von Chancengleichheit, Respekt und Toleranz vorsieht.
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