Diskriminierung | Stigmatisierung

Scham ist die große Begleiterin von Armut. Psychologisch liegt Scham vor, wenn das eigene Ansehen bedroht ist. Wenn wir Angst haben, unser Gesicht zu verlieren. Stigmatisierung ist ein Prozess der Zuschreibung von Merkmalen, die Ablehnung, Beklemmung oder Unbehagen bei Dritten hervorrufen und die die Stigmatisierten entwerten. Stigmatisierung tritt oft in Form von Sexismus und Rassismus auf, und zeigt sich auch in der symbolischen, ökonomischen und sozialen Diskriminierung jener, die an der Armutsgrenze leben.

Wer andere stigmatisiert und diskriminiert, sagt: Schande über euch! Ihr seid nicht richtig, ihr gehört nicht dazu, ihr habt versagt. Schaut auf uns! So gehört es sich!

Beschämung hält Menschen klein und rechtfertigt die Bloßstellung und Demütigung als von den Beschämten selbst verschuldet. Das ist das Tückische daran. Damit der Akt der Beschämung seinen Zweck erreicht, muss für den beschämenden Mangel die Verantwortlichkeit auf die beschämte Person selbst übertragen werden. Beschämung ist entsolidarisierend und spaltet die Betroffenen. Sie wendet den Kampf gegen die Armut zu einem Kampf gegen die Armen. Sie steht wirksamen Zusammenschlüssen entgegen. Sie ist eine gerissene Form um Armutsbetroffene „wehrlos“ zu halten, ihnen Rechte vorzuenthalten, sie zu diskriminieren. Beschämung ist eine soziale Waffe.

In den Texten werden alle Formen und Orte von Diskriminierung und Stigmatisierung der von Armut Betroffenen benannt und analysiert.

 

Dokumente zu Diskriminierung | Stigmatisierung

 

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