ARMUT IN ÖSTERREICH
Über 100 000 Sozialhilfebezieher/innen in Privathaushalten
114.216 Sozialhilfebezieher/innen: Anstieg
Hilfesuchender um 11 Prozent. 31.000 Kinder und Jugendliche betroffen. Anstieg
in allen Bundesländern.
Ende 2004 betrug die Zahl der Hilfesuchenden in der Sozialhilfe 114.216, das ist ein Anstieg zum Vorjahr um 11 Prozent (102.920)*, weist die ARMUTSKONFERENZ auf die bisher unveröffentlichten und aktuellst verfügbaren Daten hin. Der Anstieg ist in allen Bundesländern zu verzeichnen (+10,8 Prozent in Kärnten, +26,3 Prozent in Niederösterreich, +21,6 Prozent in Oberösterreich, +7 Prozent in Salzburg, +19,8 Prozent in Steiermark, +32,6 Prozent in Tirol, +7,7 Prozent in Wien).
"31.176 davon sind Kinder und Jugendliche", betont
die Armutskonferenz und weist auf eingeschränkte Zukunftschancen hin.
"Rechnet man die SozialhilfebezieherInnen in Alten- und Pflegeheimen
dazu (56.233, ein Plus von 6,4 Prozent) käme man insgesamt
auf 170.500 Menschen, die ihren Lebensunterhalt bzw. ihre Pflege nicht mehr
selbst bestreiten können. Unseren Recherchen nach hat sich die Anzahl
Hilfesuchender mit Sozialhilfe in fast jedem Bundesland bis heute
weiter erhöht", so das Anti-Armutsnetzwerk.
"Die Gründe seien die zunehmende Zahl an "working
poor", gestiegene Lebenshaltungskosten bei Wohnen und Energie, Nichtexistenzsichernde
Arbeitslosen- und Notstandshilfeleistungen, nichtausreichende Pensionen,
hohe Arbeitslosigkeit und der Anstieg an psychischen Erkrankungen", analysiert
die Armutskonferenz. Dazu kämen die ausgewiesenen Mängel der Sozialhilfe
wie beschämende Bedarfsprüfungen, keine Pensionszeiten, mangelnde
Krankenversicherung, undurchsichtige Richtsatzhöhen, falsche Anreizstrukturen
in der Finanzierung, hohe Nichtinanspruchnahme, mangelnde Rechtssicherheit
oder die Armutsfalle "Regress". Die Verbesserungsvorschläge
lägen seit geraumer Zeit am Tisch, so die Armutskonferenz.
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