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Über 20 000 haben Hunger auf Kunst und Kultur!
Der Kulturpass öffnet seit 4 Jahren Theater, Film, Tanz und Musik auch für die, die sich`s nicht leisten können. In mittlerweile österreichweit über 200 Kultureinrichtungen , für über 20 000 Menschen.

(Wien, 28.09.09). "Durch diese Aktion ist mein Atem nicht verloren gegangen.", erzählt Sabine D., eine der über 20 000 KulturpassinhaberInnen. Und Frau Maria H.:"Ich weiß absolut nicht mehr, wie ich meine Zahlungen tätigen soll, ohne dass ich und mein 11-jähriger Sohn demnächst im absoluten sozialen Abgrund verschwinden. Danke vielmals für den Kulturpass, ich könnte mir das nie leisten."

Die vom Wiener Schauspielhaus und der Armutskonferenz initierte Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" öffnet seit vier Jahren Theater, Film,Tanz und Musik auch für diejenigen, die es sich nicht leisten können. Menschen,die Sozialhilfe oder Mindestpension beziehen, Arbeitlose und Flüchtlinge. In mittlerweile über 200 Kultureinrichtungen in Wien, Salzburg, Oberösterreich und Steiermark ist der Kulturpass Eintrittskarte.

"Es gibt keinen Grund, warum Menschen das kulturelle Angebot vorenthalten werden sollte, nur weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen", hält Martin Schenk von der Armutskonferenz die Bedeutung der Aktion fest. "Immer mehr rutschen in die Sozialhilfe oder müssen in Jobs arbeiten, von denen sie nicht leben können. In Österreich sind es 420 000 Menschen, die an den Rändern mitten unter uns leben". Deshalb sei "Hunger auf Kunst und Kultur" auch so etwas wie "Hilfe unter Protest", so Schenk. "Denn in einem der reichsten Länder der Welt ist die Vermeidung von Armut alleine eine Frage der politischen Prioritäten.", konstatiert der Diakonie-Sozialexperte.
Das Risiko, ohne Halt abzustürzen, ist gestiegen, auch für Leute, die es sich für ihr Leben nie gedacht hätten. Armut ist Stress, um die notwendigsten Grundbedürfnisse zu befriedigen.

In Wien sind 91 000 Menschen (6%) manifest arm.", so die Armutskonferenz zur aktuellen Situation.
"Víeles hat sich mit den modernen Sozialstaaten geändert. Hunger und Frieren gibt es nicht mehr als Massenphänomen. Aber auch heute leben in Millionenstädten wie Wien Menschen unter schwierigsten sozialen Bedingungen. "Die Betroffenen können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, leben in überbelegten, feuchten, schimmligen Wohnungen. Armut macht krank, Armut macht einsam. Armut nimmt Zukunft.", so Schenk von der Armutskonferenz.

Finanziert wird die Aktion durch Spenden von BesucherInnen, Institutionen oder Firmen. Mit dem gesammelten Geld werden Eintrittskarten finanziert, die gegen Vorlage des Kulturpasses unentgeltlich eingelöst werden können.


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