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Sozialbericht: Reichsten 10% besitzen 54% des gesamten
Geldvermögens. Oberstes Promill soviel wie gesamte untere Hälfte aller Haushalte.
Armutskonferenz weist auf Falschinformation bei Abschaffung
der Erbschaftssteuer hin. Erben höchst ungleich verteilt.
(26.01.09). Der Gini-Koeffizient zur Ungleichheit der Geldvermögensverteilung
in Österreich beträgt 0,66 und „liegt damit im internationalen
Vergleich eher hoch“, so die Nationalbank im aktuell präsentierten
Sozialbericht. „Über zwei Drittel besitzen keine nennenswerten
Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte verfügt gar
nur über 8% des gesamten Geldvermögens“, zitiert die Armutskonferenz
die im Sozialbericht veröffentlichte neue Studie der österreichischen
Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen 54% des gesamten Geldvermögens.
Diesen reichsten 10 Prozent der Haushalte steht rund 290 000 Euro an Vermögen
zur Verfügung. Das reichste Prozent (1%) der Haushalte
hält 27% des gesamten Geldvermögens. Und das oberste Promill (0,1%)
besitzt 8% des Gesamtgeldvermögens. Das entspricht der gesamten unteren
Hälfte aller Haushalte, die ebenfalls über 8% des Geldvermögens
verfügt.
Das Bild für eine solche Vermögensverteilung ist eine Pyramide.
Damit „kann der für die Nachkriegsjahre dominierende soziologische
Befund von einer nivellierten Mittelschicht nicht mehr aufrechterhalten werden.“,
zitiert die Armutskonferenz die Studie.
Anteil der Erben in oberster Einkommensgruppe am höchsten
Weiters weist die Armutskonferenz auf die Falschinformationen im
Rahmen der Abschaffung der Erbschaftssteuer hin. Die Daten der Nationalbank
im Sozialbericht zeigen, dass „Erbchancen sozial ungleich verteilt sind.
Bildung, berufliche Position und Einkommen markieren die Trennlinie beim Erben.
Der Anteil der Haushalte, die geerbt haben, ist in der obersten Einkommensgruppe
am höchsten“, so der Sozialbericht des Ministeriums.
Der Durchschnitt von 56 000 Euro Erbsumme ist aufgrund der ungleichen Verteilung
wenig aussagekräftig. Der Median mit 22.000 Euro deutet auf eine große
Ungleichverteilung der Erbschaften hin. Arbeiter erben in deutlich unterdurchschnittlichem
Ausmaß. Am häufigsten erben Akademiker, am seltensten Pflichtschulabsolventen.
„Angesichts der niedrigen Vermögenssteuern in Österreich und
sichtbar werdender sozialer Ungleichheiten ist die Abschaffung der Erbschaftssteuer
eine ökonomisch und verteilungspolitisch falsche Entscheidung“,
so die Armutskonferenz.
Ungenügende Erfassung der Geldvermögen: Ungleichverteilung
noch höher
Einkommen ist deutlich weniger konzentriert als das Vermögen. Der Ginikoeffizient
zur Ungleichheit der Vermögensverteilung ist mehr als doppelt so hoch
wie jener der Einkommensverteilung. Dafür ist Immobilienvermögen
noch ungleicher verteilt und Unternehmenseigentum überhaupt nur in den
höchsten Vermögensstufen von Relevanz.
Die Nationalbank weist im Sozialbericht darauf hin, dass Besitzer hoher Geldvermögen
nur eingeschränkt erfasst werden. Die tatsächliche Ungleichverteilung
ist demnach noch viel größer, so die Armutskonferenz abschließend.
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